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Serge Menga über seine Kindheit, Migration, Entwicklungshilfe und seinen Weg zur AfD

(geschätzte Lesezeit:

8

Minuten)

Originaltitel:

Kongo-Flüchtling zerreißt die Multi-Kulti-Illusion

Veröffentlicht am:

17. September 2025

Person:

Kanal:

Dauer:

1:27:42

Kurzbeschreibung

Serge Menga spricht mit Moderatorin Michelle über seine Kindheit im Kongo, die Trennung von seiner leiblichen Mutter und seine jahrelange Migration durch mehrere europäische Länder. Weitere Themen sind seine politische Aktivität seit der Kölner Silvesternacht 2015, seine Entwicklungshilfe im Kongo, seine Positionen zu Migration und Integration sowie sein angekündigter Eintritt in die AfD.

Zusammenfassung

Kindheit, Migration und familiäre Gewalt

Serge Menga berichtet, dass er im Alter von fünf Jahren mit seinem Vater, seiner Stiefmutter und einem Halbbruder den Kongo verlassen habe. Die Familie sei zunächst nach Frankreich gekommen und später über die Schweiz, Belgien und die Niederlande nach Deutschland weitergezogen. Obwohl er damals noch sehr jung gewesen sei, könne er sich an den Abschied von seinen Geschwistern, die Flugreise und die Ankunft in Paris erinnern.

Menga beschreibt seine Kindheit als von häufigen Ortswechseln, familiärer Gewalt und der Trennung von seiner leiblichen Mutter geprägt. Sein Vater habe ihm erklärt, die Stiefmutter sei nun seine einzige Mutter. Briefe seiner leiblichen Mutter seien ihm nach seinen Angaben nicht weitergegeben worden. Erst etwa 20 Jahre später habe er sie in Finnland wiedergesehen. Sie habe ihm erklärt, sie habe ihn gehen lassen, damit er in Europa bessere Bildungs- und Lebenschancen erhalte.

In seiner Biografie habe er diese Erfahrungen gemeinsam mit der Ghostwriterin Ursula Schnagel verarbeitet. Das Buch behandle unter anderem Kindesmisshandlung, häusliche Gewalt, Rassismuserfahrungen und die Schwierigkeiten eines Kindes, das ohne verlässliche schulische Grundlage durch mehrere Länder zieht. Menga sagt, er habe das Buch erst nach dem Tod seines Vaters schreiben können.

Er betont, dass Kinder Gewalt und Konflikte sehr genau wahrnähmen. Sein Vater habe bei späteren Konfrontationen zunächst bezweifelt, dass Menga sich an frühere Ereignisse erinnern könne. Für Menga habe das Schreiben deshalb auch eine therapeutische Funktion gehabt.

Schule, Spiritualität und persönliche Entscheidungen

Besonders positiv erinnert sich Menga an seine Zeit in der Schweiz und in den Niederlanden. In den Niederlanden habe er schulisch Anschluss gefunden, Lesen und Schreiben gelernt und eine enge Beziehung zu einem Lehrer aufgebaut. Als die Familie erneut weitergezogen sei, habe er diesem Lehrer sein Schwimmabzeichen und sein Zeugnis überlassen.

Menga führt seinen weiteren Lebensweg auf persönliche Entscheidungen und seinen Glauben zurück. Sein wiederkehrendes Kindheitsgebet habe „For tomorrow“ gelautet und sich auf die Hoffnung auf einen besseren nächsten Tag bezogen. Er habe sich bewusst dafür entschieden, erlebte Gewalt nicht an andere weiterzugeben. Sein größter Wunsch sei gewesen, eine eigene Familie zu gründen und seinen Kindern ein stabileres Leben zu ermöglichen. Er bezeichnet seine Familie und seine vier Kinder als wichtiger als wirtschaftlichen Erfolg oder öffentliche Bekanntheit.

Beginn des politischen Aktivismus

Als Auslöser seines öffentlichen politischen Engagements nennt Menga die Ereignisse der Kölner Silvesternacht 2015. Schon zuvor habe er die Entstehung von Parallelgesellschaften, Konflikte an Schulen und eine zunehmende Ablehnung staatlicher Institutionen wahrgenommen. Nach den Ereignissen in Köln habe er ein etwa dreiminütiges Video aufgenommen, das sich innerhalb kurzer Zeit stark verbreitet habe.

Seine erste politische Rede habe er bei einer Pegida-Veranstaltung in Duisburg gehalten. Danach sei er mit der AfD in Kontakt gekommen. Einen ersten Mitgliedsantrag habe er jedoch nicht weiterverfolgt, weil ihm lediglich eine Probemitgliedschaft angeboten worden sei. Anschließend sei er als parteiloser Kandidat zu einer Landtagswahl angetreten. Dabei habe er zeigen wollen, dass sich auch Migranten politisch engagieren könnten.

Im Gespräch kündigt Menga an, ab dem 13. September 2025 offizielles AfD-Mitglied zu sein. Er begründet diesen Schritt damit, dass er in der aktuellen politischen Situation „Flagge zeigen“ wolle. Insbesondere Migranten, die Deutschland unterstützten und sich in die Gesellschaft einbringen wollten, sollten sich seiner Auffassung nach politisch engagieren.

Migration, Integration und Rückführungen

Menga unterscheidet zwischen tatsächlich hilfsbedürftigen Flüchtlingen, Menschen mit wirtschaftlichen Motiven und Personen, die mit feindseligen oder terroristischen Absichten nach Europa kämen. Er argumentiert, nicht jeder Einreisende wolle sich in dem Sinne integrieren, den Deutschland erwarte. Sprachkurse und andere Unterstützungsangebote reichten seiner Ansicht nach nicht aus, wenn der Wille zur Integration fehle.

Er fordert eine konsequentere Anwendung bestehender Gesetze. Menschen, die schwere Straftaten begingen, hätten nach seiner Auffassung ihr Aufenthaltsrecht verwirkt und müssten zurückgeführt werden. Deutschland müsse selbst entscheiden können, wen es aufnehme und welche Herkunftsländer es als sicher einstufe. Zugleich stellt Menga klar, dass er keine pauschale Ausweisung aller Ausländer befürworte. Deutschland sei wirtschaftlich auf viele hier lebende Migranten angewiesen.

Die Behauptung, die AfD wolle sämtliche Ausländer aus Deutschland entfernen, führt er unter anderem auf politische Kampagnen, Berichte in geschlossenen Migranten-Communities und missverständliche Darstellungen des Begriffs „Remigration“ zurück. Als Beispiel nennt er einen kongolesischen Pastor, der seine Gemeinde vor der AfD gewarnt und sie als „Hitlerpartei“ bezeichnet habe.

Entwicklungshilfe und Projekte im Kongo

Aus der Forderung, Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen, habe Menga die Serge-Menga-Foundation gegründet. Er berichtet von landwirtschaftlichen und handwerklichen Projekten im Kongo. Junge Menschen sollten dort arbeiten, eine Ausbildung erhalten und ein eigenes Einkommen erwirtschaften.

Menga kritisiert Entwicklungshilfe, die ausschließlich aus Geldzahlungen bestehe. Solche Zahlungen förderten seiner Auffassung nach Abhängigkeit, während ein großer Teil der Mittel in Verwaltung oder korrupten Strukturen verschwinde. Er befürwortet stattdessen wirtschaftliche Kooperationen, bei denen beide Seiten etwas beitragen und profitieren. Als Beispiel nennt er chinesische Infrastrukturprojekte in afrikanischen Ländern.

Für den Kongo sieht er vor allem in Landwirtschaft und Ausbildung großes Potenzial. Das Land verfüge nach seiner Darstellung über fruchtbare Böden und zahlreiche Rohstoffe, könne diese Möglichkeiten aber wegen politischer und wirtschaftlicher Probleme nicht ausreichend nutzen. Er erklärt außerdem, dass viele junge Menschen den Kongo verlassen würden, sobald sich ihnen die Gelegenheit biete.

Künstliche Intelligenz, gesellschaftlicher Wandel und nationale Identität

Im weiteren Verlauf sprechen beide über künstliche Intelligenz. Menga sieht darin Chancen für Bildung, insbesondere in Ländern mit zu wenigen ausgebildeten Lehrkräften. Gleichzeitig warnt er davor, politische Entscheidungen an KI-Systeme zu delegieren. Diese könnten Menschen ausschließlich nach Produktivität, Ausbildung oder wirtschaftlichem Nutzen bewerten. Zudem könnten politische Verantwortliche Entscheidungen künftig mit dem Hinweis rechtfertigen, die KI habe sie empfohlen.

Menga beschreibt die internationale Politik als Übergang zu einer neuen Weltordnung. Er fordert, dass Menschen enger zusammenarbeiteten, persönliche Rivalitäten zurückstellten und nach gemeinsamen Lösungen suchten.

Ein weiteres Thema ist der Umgang mit deutscher Identität. Menga argumentiert, heute lebende Deutsche seien nicht persönlich für den Holocaust verantwortlich, müssten aber aus der Geschichte lernen. Er kritisiert einen aus seiner Sicht fortbestehenden „Schuldkult“ und fordert einen selbstverständlicheren Umgang mit deutscher Fahne, Heimat und nationaler Zugehörigkeit. Die Moderatorin berichtet dazu von negativen Reaktionen, als sie mit einer Deutschlandfahne über den Berliner Alexanderplatz gegangen sei.

Zum Abschluss richtet sich Menga an jüngere Zuschauer. Er fordert sie auf, mutig zu bleiben, sich gegenseitig zu unterstützen und demokratische Strukturen zu bewahren. Sie sollten sich weder von rechts- noch von linksradikalen Gruppen vereinnahmen lassen.

Zentrale Aussagen

  • Menga sagt, seine frühesten Kindheitserfahrungen im Kongo und die Trennung von seiner Mutter hätten ihn dauerhaft geprägt. 00:03:12–00:07:30
  • Seine Biografie behandle häusliche Gewalt, Kindesmisshandlung, Rassismus und die Folgen häufiger Migration. 00:08:28–00:09:51
  • Er erklärt, Kinder nähmen familiäre Gewalt stärker wahr, als Erwachsene häufig annähmen. 00:10:23–00:12:15
  • Seine leibliche Mutter habe er erst nach etwa 20 Jahren wiedergesehen. 00:13:35–00:15:19
  • In den Niederlanden habe er erstmals schulischen Anschluss und ein Gefühl des Angekommenseins gefunden. 00:16:50–00:20:58
  • Menga führt seine persönliche Entwicklung auf Glauben, Durchhaltewillen und bewusste Entscheidungen zurück. 00:22:43–00:25:29
  • Die Kölner Silvesternacht 2015 sei der unmittelbare Auslöser seines öffentlichen Aktivismus gewesen. 00:30:04–00:33:15
  • Er habe eine erste AfD-Mitgliedschaft abgelehnt, weil ihm nur eine Probemitgliedschaft angeboten worden sei. 00:35:42–00:36:24
  • Mit seiner Foundation wolle er zeigen, wie Fluchtursachen durch Arbeit und Ausbildung vor Ort bekämpft werden könnten. 00:37:18–00:38:00
  • Menga unterscheidet zwischen Schutzbedürftigen, Wirtschaftsmigranten und Personen mit terroristischen Absichten. 00:42:27–00:43:39
  • Entwicklungshilfe solle nach seiner Auffassung stärker auf Gegenleistung, wirtschaftliche Kooperation und Eigenverantwortung ausgerichtet werden. 00:44:19–00:48:05
  • Er behauptet, mehr als 80 Prozent der jungen Menschen im Kongo würden das Land verlassen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. 00:50:50–00:51:52
  • Menga sieht KI zugleich als Bildungsinstrument und als mögliches politisches Machtinstrument. 00:55:45–00:59:30
  • Er kündigt an, ab dem 13. September 2025 offizielles Mitglied der AfD zu sein. 01:08:45–01:10:14
  • Er fordert strengere Rückführungen für Straftäter, lehnt aber eine pauschale Ausweisung aller Migranten ab. 01:21:21–01:24:24
  • Junge Menschen sollten nach seinen Worten demokratisch handeln und sich weder von rechts- noch von linksradikalen Gruppen vereinnahmen lassen. 01:25:54–01:27:07

Genannte Personen und Organisationen

  • Serge Menga
  • Michelle
  • Ursula Schnagel
  • Serge-Menga-Foundation
  • Alternative für Deutschland (AfD)
  • Pegida
  • G Guido Reil
  • Lina Krüger beziehungsweise ähnlich lautender Name – Zuordnung im Transkript unsicher
  • Alice Weidel
  • Tino Chrupalla
  • Boris Pistorius
  • Dominik Kettner
  • Kettner Edelmetalle
  • Heino
  • SPD
  • CDU
  • CSU
  • Bündnis 90/Die Grünen
  • Die Linke
  • Europäische Union
  • Europäischer Gerichtshof
  • Bundeswehr
  • Polizei
  • Jobcenter
  • Frauenhäuser
  • Statista
  • China
  • Demokratische Republik Kongo

Genannte Zahlen und konkrete Angaben

  • Menga sei im Alter von fünf Jahren aus dem Kongo nach Europa gekommen.
  • Mit etwa elf Jahren sei er nach Deutschland gekommen.
  • Seine leibliche Mutter habe er nach ungefähr 20 Jahren wiedergesehen.
  • Menga bezeichnet sich als vierfachen Vater.
  • Zum Zeitpunkt des Gesprächs sei er 48 Jahre alt.
  • Sein erstes stark verbreitetes politisches Video habe etwa 3 Minuten und 0,8 Sekunden gedauert.
  • Bei einer parteilosen Kandidatur habe er nach eigener Erinnerung etwa 1 Prozent erreicht.
  • Menga behauptet, mehr als 80 Prozent der jungen Menschen im Kongo würden bei Gelegenheit auswandern.
  • Für den Kongo nennt er etwa 111 Millionen Einwohner.
  • Der Kongo sei ungefähr siebenmal größer als Deutschland.
  • Afrikas Bevölkerung werde sich laut einer von ihm erwähnten Prognose bis 2050 verdoppeln.
  • Die Moderatorin nennt jährlich mehr als 5 Milliarden Euro deutscher Entwicklungshilfe.
  • Menga erwähnt drei Todesfälle von Kleinkindern innerhalb von drei Monaten.
  • Er nennt mehr als 20 Millionen in Deutschland lebende Ausländer.
  • Nach einer von ihm gelesenen Statistik hätten etwa 270.000 Menschen Deutschland im vorherigen Jahr verlassen.
  • Ein Finanzierungsbedarf von 179 Milliarden Euro wird im Zusammenhang mit dem Bundeshaushalt genannt.
  • Menga kündigt seinen AfD-Eintritt zum 13. September 2025 an.

Genannte Quellen, Bücher, Studien oder Dokumente

  • Biografie von Serge Menga – Titel im Transkript nicht eindeutig genannt
  • Statista – als Quelle für die Bevölkerungszahl des Kongos erwähnt
  • Buch von Dominik Kettner über elektronisches beziehungsweise digitales Geld – genauer Titel nicht genannt
  • Film The Matrix
  • Film- beziehungsweise Buchreihe Der Herr der Ringe
  • Berichte über Entwicklungshilfe, Korruption und Bevölkerungsentwicklung – keine konkreten Titel genannt

Unklare oder nicht sicher zuordenbare Stellen

  • Der Titel von Serge Mengas Biografie wird nicht verständlich genannt.
  • Der Name der AfD-Politikerin aus Essen ist im Transkript sprachlich nicht eindeutig.
  • Mehrere politische Zahlen und statistische Angaben werden ohne genaue Quelle oder Bezugsjahr genannt.
  • Die genaue Wahl, zu der Menga als parteiloser Kandidat antrat, wird nicht eindeutig bezeichnet.
  • Das Aufnahmedatum ergibt sich indirekt aus der Ankündigung des AfD-Eintritts, wird im Transkript jedoch nicht ausdrücklich genannt.

Transparenzhinweis: Diese Zusammenfassung verdichtet ausschließlich die im Video geäußerten Inhalte. Sie enthält keine inhaltliche Bewertung oder externe Faktenprüfung. Aussagen in der Zusammenfassung sind den jeweiligen Sprechern zuzurechnen und nicht als redaktionelle Position der Plattform zu verstehen. Näheres zur Arbeitsweise finden Sie hier.

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