Zusammenfassung
Rüdiger Franks persönliche Erfahrungen in Nordkorea
Rüdiger Frank erzählt, dass sein Weg zur Nordkorea-Forschung ursprünglich nicht geplant gewesen sei. Nach seiner Jugend in der DDR habe er zunächst China studieren wollen, sei 1990 jedoch zur Koreanistik gekommen. 1991 reiste er mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes zum Sprachstudium an die Kim-Il-sung-Universität in Pjöngjang.
Seine damaligen Erfahrungen beschreibt Frank als stark von Abschottung geprägt. Ausländische Studenten lebten in einem eigenen Wohnheim und hätten kaum Möglichkeiten gehabt, mit der normalen Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Er berichtet, dass ein Koreaner sogar davongelaufen sei, als Frank ihn lediglich nach der Uhrzeit gefragt habe. Frank führt dies darauf zurück, dass Kontakte zu Ausländern als verdächtig gelten und gemeldet werden konnten. Er beschreibt außerdem wöchentliche Selbstkritiksitzungen, bei denen Mitglieder eines Kollektivs eigene Verfehlungen benennen und Kritik entgegennehmen müssten.
Je nach Vergehen könnten nach Franks Darstellung berufliche Nachteile, Versetzungen, zeitweilige Arbeitseinsätze, Aussiedlung aus Pjöngjang oder Einweisung in Arbeits-, Weiterbildungs- beziehungsweise Umerziehungslager folgen. Informationen darüber stammten häufig von Menschen, die Nordkorea verlassen hätten und heute vor allem in Südkorea lebten.
Sozialismus, Wirtschaft und menschliches Verhalten
Frank verbindet seine Beschäftigung mit Nordkorea mit seinen Erfahrungen aus der DDR und seiner Ausbildung als Volkswirt. Er unterscheidet ausdrücklich zwischen Sozialismus und Kommunismus. Den Kommunismus beschreibt er als theoretischen Endzustand, während die real existierenden Systeme des Ostblocks sozialistisch gewesen seien.
Seiner Argumentation zufolge entsteht ein grundlegendes Problem staatssozialistischer Wirtschaftssysteme, wenn politische Macht monopolisiert und zugleich die Wirtschaft staatlich kontrolliert wird. Ohne freie Preisbildung und wirtschaftliche Eigenständigkeit müsse zunehmend administrativ gesteuert werden. Gleichzeitig entwickelten Menschen Strategien, um staatliche Vorgaben zu umgehen.
Frank illustriert dies mit Erfahrungen aus der DDR: Beschäftigte hätten formell gearbeitet, aber wegen geringer Leistungsanreize teilweise nur minimale Produktivität entwickelt. Staatlich subventioniertes Brot sei beispielsweise billiger als Schweinefutter gewesen, woraufhin Bauern Brot an Schweine verfüttert hätten. Für Frank zeigt dies, dass Menschen auf Anreizstrukturen reagieren und administrative Systeme immer wieder Umgehungswege erzeugen.
Konfuzianismus und koreanische Gesellschaft
Einen großen Teil des Gesprächs verwendet Frank darauf, die historische Entwicklung Koreas zu erklären. Er beschreibt Korea seit der Joseon-Dynastie ab 1392 als stark neokonfuzianisch geprägt. Der Konfuzianismus habe Gesellschaft als hierarchische Ordnung verstanden, in der jeder Mensch eine bestimmte Funktion erfülle.
Die Familie sei dabei das grundlegende gesellschaftliche Element gewesen. Der Vater habe zwar Autorität besessen, zugleich aber Verantwortung für die ihm untergeordneten Familienmitglieder getragen. Dieses Prinzip sei auf den Staat übertragen worden.
Frank hebt außerdem die Bedeutung von Bildung und Beamtenprüfungen hervor. Theoretisch habe nicht allein die Abstammung, sondern die Fähigkeit über den gesellschaftlichen Aufstieg entscheiden sollen. In der Praxis hätten allerdings diejenigen erhebliche Vorteile gehabt, die bereits früh Zugang zu Bildung und klassischem Chinesisch erhielten.
Japanische Kolonialherrschaft als prägende Erfahrung
Frank sieht die japanische Kolonialherrschaft als zentral für das Verständnis sowohl Nord- als auch Südkoreas. Im 19. Jahrhundert sei die traditionelle ostasiatische Ordnung unter chinesischer Vorherrschaft zunehmend unter Druck geraten. Japan habe sich rasch modernisiert und Korea 1876 zur Öffnung gezwungen.
Danach habe Japan schrittweise konkurrierende Mächte aus Korea verdrängt. Nach dem chinesisch-japanischen und dem russisch-japanischen Krieg sei Korea zunehmend wirtschaftlich und politisch abhängig geworden und 1910 schließlich von Japan annektiert worden.
Frank beschreibt verschiedene Phasen der Kolonialherrschaft: zunächst wirtschaftliche Ausbeutung, später begrenzte kulturelle Freiräume und ab den 1930er Jahren eine stärkere militärische Einbindung Koreas in die japanische Expansion.
Ein ausführlicher Teil betrifft die sogenannten „Trostfrauen“. Frank spricht von etwa 200.000 bis 300.000 koreanischen Frauen, die für japanische Militärbordelle zwangsrekrutiert worden seien. Daneben seien auch Frauen anderer Nationalitäten betroffen gewesen. Das Thema sei in Südkorea lange aus gesellschaftlicher Scham wenig öffentlich behandelt worden und erst seit den 1990er Jahren stärker in den Vordergrund gerückt.
Kim Il-sung und die Legitimation des nordkoreanischen Staates
Frank erklärt die Legitimität Kim Il-sungs wesentlich über die Geschichte des antijapanischen Widerstands. Kim sei tatsächlich am bewaffneten Widerstand beteiligt gewesen, seine Rolle sei in der nordkoreanischen Geschichtserzählung jedoch erheblich größer dargestellt worden.
Entscheidend sei laut Frank weniger die historische Genauigkeit als die Wirkung dieser Erzählung: Nach Jahrzehnten japanischer Fremdherrschaft habe sich Kim als Befreier und Garant nationaler Unabhängigkeit präsentieren können.
Hinzu komme der Koreakrieg von 1950 bis 1953. Während Frank den Kriegsbeginn als nordkoreanischen Angriff auf Südkorea beschreibt, werde der Krieg in Nordkorea als Verteidigung gegen einen Angriff Südkoreas und der USA erzählt. Damit erscheine Kim Il-sung gleichzeitig als Befreier von Japan und als Verteidiger gegen die Vereinigten Staaten.
Frank fasst die zugrunde liegende Vorstellung mit dem Leitbild „reiches Land, starke Armee“ zusammen: Wirtschaftliche Stärke und militärische Stärke dienten dem zentralen Ziel, die Unabhängigkeit des Landes niemals wieder zu verlieren. Dieses Narrativ sei ein wichtiger Bestandteil dafür, warum das System von einem Teil der Bevölkerung akzeptiert werde.
Warum Korea geteilt wurde
Nach dem Ende der japanischen Herrschaft wurde die koreanische Halbinsel in eine sowjetische und eine amerikanische Besatzungszone geteilt. Frank beschreibt die Festlegung am 38. Breitengrad als kurzfristige Entscheidung zweier amerikanischer Offiziere. Die Sowjetunion habe der vorgeschlagenen Grenze zugestimmt.
1948 entstanden schließlich zwei koreanische Staaten. Frank zieht Parallelen zur deutschen Teilung: Im Norden habe die Sowjetunion ein ihr entsprechendes System gefördert, im Süden hätten die USA eine ihnen entsprechende politische Ordnung unterstützt.
Der Koreakrieg habe die Teilung dauerhaft verfestigt. Als amerikanische Truppen fast bis zur chinesischen Grenze vorgedrungen seien, habe China mit rund einer Million sogenannten Volksfreiwilligen eingegriffen und die Front wieder nach Süden gedrängt. Frank vermutet, dass möglicherweise Absprachen hinter der letztlichen Stabilisierung ungefähr entlang der ursprünglichen Trennlinie gestanden haben könnten, kennzeichnet dies jedoch ausdrücklich als Spekulation.
Wie Nordkorea den Zusammenbruch des Ostblocks überstand
Frank berichtet, dass er nach seinem Aufenthalt 1991/92 selbst davon ausgegangen sei, Nordkorea werde bald zusammenbrechen. Strommangel, Armut und eine offensichtlich schwache Wirtschaft hätten diesen Eindruck verstärkt. Dennoch habe das System überlebt.
Als einen Grund nennt er die ideologische Eigenständigkeit. Nordkorea habe sich bereits zuvor sowohl von der Sowjetunion als auch von China abgegrenzt und mit der Juche-Ideologie eine eigene Legitimation aufgebaut. Es sei weder reguläres Mitglied des Warschauer Paktes noch des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe gewesen.
Wirtschaftlich habe Nordkorea versucht, möglichst viele Grundlagen selbst bereitzustellen. Frank nennt Kohle, Eisenerz, Metalle, Gold und Uran. Ein entscheidender fehlender Rohstoff sei jedoch Erdöl gewesen.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion seien günstige Erdöllieferungen weggefallen. Dadurch seien sowohl Energieversorgung als auch Düngerproduktion und Landwirtschaft getroffen worden. Frank nennt einen Rückgang der Nahrungsmittelproduktion um etwa zwei Millionen Tonnen. Statt der nach seiner Darstellung benötigten etwa 5,5 Millionen Tonnen Getreide beziehungsweise Reisäquivalent seien teilweise nur ungefähr 3,5 Millionen Tonnen produziert worden.
Die daraus entstandene Hungersnot wird in Nordkorea als „Schwerer Marsch“ bezeichnet. Frank nennt Schätzungen von einigen Hunderttausend bis zu etwa einer Million Todesfällen. Als Folge habe sich das Wirtschaftssystem jedoch verändert.
Märkte und wirtschaftlicher Wandel
In den folgenden Jahren hätten informelle Märkte und private wirtschaftliche Aktivitäten an Bedeutung gewonnen. Frank beschreibt eine schrittweise Entwicklung hin zu einem Mischsystem: Der Staat halte offiziell am Sozialismus, dem Einparteiensystem und staatlichem Eigentum an zentralen Unternehmen fest, lasse jedoch marktwirtschaftliche Elemente zu.
Besonders Anfang der 2000er Jahre habe Frank den Eindruck gehabt, dass Nordkorea teilweise dem chinesischen Modell näherkommen könne: politische Kontrolle bei gleichzeitiger Nutzung marktwirtschaftlicher Anreize.
Diese Veränderungen hätten auch soziale Unterschiede verstärkt. Während die Mehrheit der Bevölkerung weiterhin erheblich eingeschränkt lebe, gebe es laut Frank inzwischen eine wachsende wohlhabende Schicht. Er berichtet von Informationen über Nordkoreaner, die sich für Markenmode und Luxusgüter interessierten. Über chinesische Mobilfunknetze an der Grenze gelangten zudem Informationen ins Ausland und nach Nordkorea hinein.
Sanktionen, Krypto-Hacks und Einnahmen aus dem Ausland
Tim Gabel spricht Berichte an, wonach Nordkorea Milliardenbeträge durch Kryptowährungsdiebstähle beziehungsweise Cyberangriffe erwirtschaftet habe. Frank erklärt, über die konkrete Summe keine Sicherheit zu haben. Auch Angaben, wonach Nordkorea für einen sehr großen Anteil weltweiter Krypto-Diebstähle verantwortlich sei, betrachtet er skeptisch.
Grundsätzlich hält er jedoch nordkoreanische Cyberaktivitäten für plausibel. Das Land verfüge über gut ausgebildete IT-Spezialisten und habe starke Anreize, internationale Sanktionen zu umgehen. Kryptowährungen könnten dafür attraktiv sein, weil klassische Finanzkanäle stark eingeschränkt seien.
Frank ordnet solche Aktivitäten in ein grundsätzliches Muster ein: Sanktionen erzeugten Beschränkungen, woraufhin Menschen und Staaten nach Wegen suchten, diese Beschränkungen zu umgehen.
Alltag, Informationen und eine neue Oberschicht
Frank war nach eigener Aussage zuletzt 2018 in Nordkorea; anschließend sei ihm ein neues Visum verweigert worden. Er vermutet einen Zusammenhang mit einem damals erschienenen Buch. Deshalb betont er, dass seine unmittelbaren Eindrücke nicht den aktuellen Zustand vollständig abbilden könnten.
Er widerspricht jedoch der Vorstellung, Nordkoreaner seien vollständig von Informationen über die Außenwelt abgeschnitten oder würden sämtliche staatlichen Aussagen unkritisch übernehmen. Informationen gelangten unter anderem über chinesische Mobiltelefone, Datenträger und persönliche Netzwerke ins Land.
Gleichzeitig bleibe das System repressiv. Besonders Pjöngjang beschreibt Frank als privilegierten Lebensraum. Dort zu wohnen sei gesellschaftlich wertvoll; eine Aussiedlung in die Provinz könne deshalb bereits eine empfindliche Strafe darstellen.
Kim Jong-un und die Sicherung seiner Macht
Zum Ende des Gesprächs beschäftigt sich Frank mit der Machtübernahme Kim Jong-uns. Er beschreibt die erste Phase seiner Herrschaft als Zeit der Konsolidierung, in der mögliche Rivalen ausgeschaltet worden seien.
Ausführlich sprechen die Beteiligten über Kim Jong-nam, den älteren Halbbruder Kim Jong-uns. Frank hält ihn rückblickend für einen möglichen Alternativkandidaten zur Führung Nordkoreas. Er spekuliert, dass er auch für oppositionelle Kräfte oder eine Exilregierung hätte interessant sein können.
Kim Jong-nam wurde 2017 am Flughafen von Kuala Lumpur getötet. Frank beschreibt, wie zwei Frauen ihm eine Substanz ins Gesicht gebracht hätten, die sich als VX-Nervenkampfstoff herausstellte. Er hält es für möglich, dass die öffentliche Art des Mordes auch abschreckende Wirkung gegenüber möglichen Gegnern entfalten sollte, kennzeichnet entsprechende politische Hintergründe jedoch als nicht sicher bekannt.
Zentrale Aussagen
- 00:02:16: Frank berichtet, dass er 1991 zum Sprachstudium nach Pjöngjang kam und dort erstmals unmittelbar mit dem nordkoreanischen System konfrontiert wurde.
- 00:07:38: Nach Franks Erfahrung vermieden Nordkoreaner teilweise selbst harmlose Gespräche mit Ausländern aus Sorge vor Meldungen und möglichen Konsequenzen.
- 00:10:15: Frank beschreibt regelmäßige Selbstkritiksitzungen innerhalb von Arbeits- oder Studienkollektiven.
- 00:12:34: Je nach Vergehen nennt Frank berufliche Nachteile, Umerziehung, Arbeitslager oder Aussiedlung aus Pjöngjang als mögliche staatliche Sanktionen.
- 00:19:09: Frank unterscheidet zwischen Sozialismus als real praktiziertem System und Kommunismus als angestrebtem theoretischem Endzustand.
- 00:27:40: Er argumentiert, Gesellschaftsmodelle seien instabil, wenn sie voraussetzten, dass sich grundlegendes menschliches Verhalten beliebig verändern lasse.
- 00:37:33: Frank führt die neokonfuzianische Prägung Koreas seit der Joseon-Dynastie als wichtigen historischen Hintergrund an.
- 00:46:44: Das konfuzianische Prüfungssystem sollte nach seiner Darstellung theoretisch die Fähigsten für staatliche Ämter auswählen.
- 00:58:13: Frank beschreibt das koreanische Nationalbewusstsein wesentlich als Reaktion auf zunehmenden äußeren Druck.
- 01:09:26: Die schrittweise Unterwerfung durch Japan habe unter Koreanern ein tiefes Misstrauen gegenüber ausländischen Mächten erzeugt.
- 01:15:56: Frank spricht von ungefähr 200.000 bis 300.000 koreanischen Frauen, die für japanische Militärbordelle zwangsrekrutiert worden seien.
- 01:21:37: Kim Il-sung habe seine Legitimität stark aus seiner Darstellung als antijapanischer Befreier bezogen.
- 01:23:15: Der Koreakrieg wird laut Frank in Nordkorea als Verteidigungskrieg gegen Südkorea und die USA erzählt.
- 01:24:24: Das Leitmotiv „reiches Land, starke Armee“ verbindet Frank mit der nordkoreanischen Priorisierung von Wirtschaft und Militär.
- 01:29:33: Frank erklärt die Stabilität des Systems auch damit, dass das Regime eine historische Erzählung geschaffen habe, die für viele Einwohner nachvollziehbar sei.
- 01:40:19: Frank beziffert die Bevölkerung Nordkoreas auf ungefähr 25 Millionen und die Südkoreas auf rund 55 Millionen.
- 01:47:26: Die Teilung entlang des 38. Breitengrades beschreibt Frank als ursprünglich kurzfristig festgelegte Besatzungsgrenze.
- 01:57:21: Frank ging nach seinem Aufenthalt 1991/92 selbst davon aus, Nordkorea werde bald zusammenbrechen.
- 01:58:48: Als einen Grund für das Überleben des Systems nennt er Nordkoreas ideologische Unabhängigkeit vom sowjetischen Marxismus-Leninismus.
- 02:02:57: Die Versorgungskrise der 1990er Jahre habe zum sogenannten „Schweren Marsch“ mit mehreren Hunderttausend bis möglicherweise rund einer Million Todesfällen geführt.
- 02:25:46: Frank beschreibt spätere Reformansätze als Versuch, marktwirtschaftliche Elemente innerhalb des sozialistischen Systems zuzulassen.
- 03:06:40: Gabel thematisiert Milliardenbeträge aus Krypto-Diebstählen; Frank hält die konkreten Dimensionen für unsicher, nordkoreanische Cyberaktivitäten aber grundsätzlich für plausibel.
- 03:12:27: Frank betont, dass seine letzten persönlichen Eindrücke aus Nordkorea von 2018 stammen.
- 03:29:25: Er beschreibt Hinweise auf eine wohlhabendere nordkoreanische Schicht, die sich zunehmend für Marken- und Luxusprodukte interessiere.
- 03:45:17: Frank bezeichnet Kim Jong-nam rückblickend als möglichen alternativen Nachfolgekandidaten für die Führung Nordkoreas.
- 03:46:39: Frank schildert die Tötung Kim Jong-nams mit VX-Nervenkampfstoff und diskutiert eine mögliche abschreckende Signalwirkung.
Genannte Personen und Organisationen
- Dr. Rüdiger Frank
- Tim Gabel
- Kim Il-sung
- Kim Jong-il
- Kim Jong-un
- Kim Jong-nam
- Mao Zedong
- Nikita Chruschtschow
- Josef Stalin
- Douglas MacArthur
- Franklin D. Roosevelt
- Harry S. Truman
- König Sejong
- Konfuzius
- Janos Kornai
- Benedict Anderson
- Junichiro Koizumi
- Deutscher Akademischer Austauschdienst
- Kim-Il-sung-Universität
- Sowjetunion
- USA
- China
- Japan
- Südkorea
Genannte Zahlen und konkrete Angaben
- 1991: Frank reist zum Studium nach Nordkorea.
- 1992: Rückkehr aus Nordkorea.
- 1392: Beginn der von Frank beschriebenen neokonfuzianisch geprägten Joseon-Dynastie.
- 1876: erzwungene Öffnung Koreas durch Japan.
- 1910: Annexion Koreas durch Japan.
- 1919: Volksaufstand vom 1. März.
- 200.000–300.000: von Frank genannte Größenordnung koreanischer Zwangsprostituierter während der japanischen Herrschaft.
- 1945: Ende der japanischen Kolonialherrschaft.
- 1948: Gründung der beiden koreanischen Staaten.
- 1950–1953: Koreakrieg.
- 25. Juni 1950: von Frank genanntes Datum des nordkoreanischen Angriffs auf Südkorea.
- rund eine Million: Größenordnung der von Frank genannten chinesischen „Volksfreiwilligen“ im Koreakrieg.
- ca. 25 Millionen: Bevölkerung Nordkoreas nach Franks Angabe.
- ca. 55 Millionen: Bevölkerung Südkoreas nach Franks Angabe.
- ca. 5,5 Millionen Tonnen: von Frank genannter jährlicher Nahrungsmittelbedarf Nordkoreas.
- ca. 3,5 Millionen Tonnen: zeitweise Produktion während der Versorgungskrise nach seiner Darstellung.
- ca. 2 Millionen Tonnen: daraus resultierende Versorgungslücke.
- einige Hunderttausend bis etwa 1 Million: von Frank genannte Schätzungen der Todesopfer des „Schweren Marsches“.
- 2018: Franks bislang letzter Aufenthalt in Nordkorea.
- 2017: Tötung Kim Jong-nams.
- 6,77 Milliarden: von Tim Gabel angesprochene Größenordnung mutmaßlicher Krypto-Einnahmen; Frank bestätigt die konkrete Zahl ausdrücklich nicht.
- 75 Prozent: im Gespräch genannter angeblicher Anteil Nordkoreas an bestimmten Krypto-Diebstählen beziehungsweise Hacks; Frank äußert Zweifel an dieser Größenordnung.
Genannte Quellen, Bücher, Studien oder Dokumente
- Rüdiger Frank: „Innenansichten eines totalen Staates“ – im Gespräch als eines seiner Bücher über Nordkorea genannt.
- Rüdiger Frank: „Unterwegs in Nordkorea – Eine Gratwanderung“ – von Frank als weiteres Buch genannt.
- Benedict Anderson: „Imagined Communities“ – von Frank im Zusammenhang mit Nationalstaaten und vorgestellten Gemeinschaften erwähnt.
- Arbeiten von Janos Kornai zur wirtschaftlichen Struktur sozialistischer Systeme.
- Berichte von aus Nordkorea geflohenen beziehungsweise nach Südkorea übergesiedelten Menschen.
- Im Gespräch erwähnte Informationsnetzwerke mit Informanten innerhalb Nordkoreas; Namen sind im Transkript teilweise fehlerhaft bzw. nicht sicher wiedergegeben.
Unklare oder nicht sicher zuordenbare Stellen
Mehrere koreanische Eigennamen, Fachbegriffe und Buchtitel sind im automatischen Transkript phonetisch fehlerhaft wiedergegeben. Bei einzelnen historischen Daten formuliert Frank selbst mit Einschränkungen wie „glaube ich“ oder „wenn ich mich richtig erinnere“. Auch die im Gespräch genannten Größenordnungen zu Krypto-Diebstählen werden von Frank ausdrücklich nicht bestätigt.

