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Marc über seine Undercover-Recherche im Antifa-Umfeld und die Arbeit als NIUS-Reporter

(geschätzte Lesezeit:

8

Minuten)

Originaltitel:

Ich war Undercover bei der Antifa - was mich am meisten schockierte...

Veröffentlicht am:

15. Juli 2026

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Kanal:

Dauer:

1:31:47

Kurzbeschreibung

Der NIUS-Reporter Marc berichtet über seinen Einstieg in den Journalismus, prägende Erfahrungen während der Corona-Zeit und gefährliche Reportereinsätze. Ausführlich schildert er, wie er unter falscher Identität in einem Bus mit Antifa-Aktivisten zum Gründungstreffen der neuen AfD-Jugendorganisation nach Gießen fuhr.

Zusammenfassung

Einstieg in den Journalismus

Marc und die Moderatorin erzählen zunächst, wie sie sich während der Corona-Zeit bei ungewöhnlichen Videodrehs kennenlernten. Dazu gehörte ein nach eigener Einschätzung fragwürdiges Format, bei dem Tinder-Dates mit versteckter Kamera politische Fragen gestellt wurden. Bei einem weiteren Projekt fuhren sie mit einem alten VW-Bus durch Berlin und führten spontane Gespräche mit Passanten. Die Speicherkarte mit diesen Aufnahmen ging jedoch verloren.

Marc besuchte damals noch die Schule und bereitete sich auf sein Abitur vor. Mit 18 Jahren schrieb er Julian Reichelt über Instagram, weil er journalistisch arbeiten wollte. Die Corona-Maßnahmen hätten seine Möglichkeiten für andere Nebenjobs eingeschränkt. Reichelt antwortete ihm und lud ihn zu einem Treffen ein. Marc durfte zunächst an Besprechungen teilnehmen, schrieb später kurze Meldungen für den „Pleiteticker“ und lernte unter anderem, Meldungen der Deutschen Presse-Agentur redaktionell zu bearbeiten. Sein erster Reportereinsatz führte ihn zu einer Demonstration von Klimaaktivisten in Hamburg.

Corona-Zeit, Familie und Herkunft

Marc beschreibt seine Schulzeit während der Corona-Maßnahmen als prägend. Als Ungeimpfter habe er bestimmte Geschäfte nicht betreten dürfen und sei von Feiern ausgeladen worden. Besonders sei ihm eine Situation im Gedächtnis geblieben, in der ein Mitschüler infrage gestellt habe, ob Marc ein von einem Freund gekauftes Lebensmittel besitzen dürfe, weil in dem Geschäft die 2G-Regel galt. Entschuldigungen für die damalige Ausgrenzung habe er später nicht erhalten.

Seinen Widerspruchsgeist führt Marc teilweise auf den Gerechtigkeitssinn seiner Eltern zurück. Sein Vater arbeite im Baugewerbe, seine Mutter habe lange im Einzelhandel gearbeitet. Zugleich hätten die konsumierten Medien und seine Sozialisation in Berlin-Wedding seine politische Entwicklung beeinflusst.

Marc wuchs nach eigener Darstellung in einem stark migrantisch geprägten Umfeld auf. Seine Familie sei deutsch-polnischer Herkunft. In seiner Jugend habe er sich häufig als Pole bezeichnet, was er rückblickend teilweise als Verleugnung seiner deutschen Identität betrachtet. Er berichtet sowohl von Gewalt und schnell mobilisierten Großfamilien als auch von Freundschaften und einer von ihm positiv wahrgenommenen Gastfreundschaft türkischer und arabischer Familien.

NIUS, Julian Reichelt und politische Unabhängigkeit

Marc bezeichnet Julian Reichelt als den von ihm am stärksten bewunderten Journalisten. Reichelt erkenne in Meldungen Themen und politische Verantwortlichkeiten, die andere Redaktionen seiner Ansicht nach übersehen oder nur beiläufig erwähnen würden. Inhaltlich bestünden zwischen beiden jedoch Differenzen, etwa bei Israel und Palästina, Russland und der Ukraine sowie im Umgang mit der AfD.

Den Vorwurf, NIUS sei wegen seines Investors CDU-nah, weist Marc zurück. Nach seiner Darstellung entscheidet Julian Reichelt als Chefredakteur über die redaktionelle Ausrichtung. Der Investor greife für ihn erkennbar nicht in die tägliche Arbeit ein. Innerhalb der Redaktion dürften unterschiedliche Positionen vertreten werden, sofern sie begründet würden. Marc kündigt an, NIUS würde auch eine regierende AfD wegen ihrer politischen Entscheidungen kritisieren.

Marc hält die AfD derzeit zwar für die Partei mit den aus seiner Sicht vernünftigsten Vorschlägen, betrachtet sie aber nicht als garantierte Lösung. Sie könne sich langfristig ähnlich verändern wie die CDU. Er befürwortet mehr direkte Demokratie und Volksabstimmungen. Statt ausschließlich auf Wahlen zu setzen, sollten Menschen nach Ansicht der Gesprächspartner selbst journalistische, politische oder gesellschaftliche Projekte beginnen.

Recherche nach einem Messerangriff

Als besonders bedeutsamen Reportereinsatz schildert Marc die Recherche zu einem schwer verletzten Musikschullehrer in Wedel. Als er eintraf, seien die Tatverdächtigen noch nicht festgenommen gewesen. Über Gespräche vor Ort und ein Kennzeichen auf einem Pressefoto habe er das mutmaßlich zu den Tatverdächtigen gehörende Fahrzeug gefunden.

Marc sprach anschließend vor einem Wohnhaus mit Personen, die später nach seiner Darstellung festgenommen und verurteilt wurden. Einer der Männer habe erklärt, nichts mit der Tat zu tun zu haben und nicht mit der Presse sprechen zu wollen. Im Gerichtsverfahren sei laut Marc bekannt geworden, dass drei Geschwister den Lehrer aus Rache wegen einer Beziehung zu ihrer Mutter angegriffen hätten. Marc bewertet das Auffinden und Ansprechen der später Verurteilten als eine seiner besten Rechercheleistungen.

Angriffe und Bedrohungen

Marc berichtet außerdem von einer Demonstration gegen rechts in München, bei der er und seine Kollegin Helena mit Stöcken und Fäusten angegriffen worden seien. Später sei sein Foto über verschiedene antifaschistische Instagram-Kanäle verbreitet worden. In den Kommentaren hätten Nutzer gefordert, ihn mit einem Hammer zu schlagen oder zu töten. Die Beiträge habe er in Zusammenarbeit mit dem Anwaltsteam von NIUS angezeigt.

Die Moderatorin erinnert sich an einen gemeinsamen Einsatz in Leipzig-Connewitz im Umfeld des sogenannten „Tag X“. Über soziale Medien seien ihre jeweiligen Standorte fortlaufend veröffentlicht worden. Dadurch hätten sich immer mehr Personen in ihrer Nähe versammelt und sie beobachtet. Beide beschreiben die Situation als bedrohlich; nach ihrer Erinnerung seien an diesem Abend auch Journalisten verletzt worden.

Undercover im Antifa-Bus

Die Idee für seine Undercover-Recherche entstand laut Marc aus der Beobachtung, dass Journalisten häufig verdeckt in rechten Organisationen recherchierten, vergleichbare Einblicke in linke Strukturen aber selten seien. Für die Proteste gegen das Gründungstreffen der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in Gießen meldete er sich deshalb unter falschem Namen zu einem Aktionstraining und einer Busfahrt an.

Marc verkleidete sich, verwendete die Identität „Chris“ und gab an, eine Ausbildung zum Schreiner zu machen. Über Kontakte zu anderen Teilnehmern gelangte er in eine Bezugsgruppe namens „Otter“. Das Busticket von Berlin nach Gießen und zurück habe 40 Euro gekostet. Die Fahrt dauerte nach seiner Erinnerung sieben bis acht Stunden und führte über Nacht nach Gießen. Im Bus seien Aufkleber und anderes Material verteilt worden; die Atmosphäre habe teilweise an eine Klassenfahrt erinnert.

Am frühen Morgen habe der Bus plötzlich auf dem Standstreifen einer Autobahn gehalten. Die Teilnehmer seien ausgestiegen und in Gruppen weitergelaufen. Marc trennte sich absichtlich von seinem zugeteilten Partner und der Bezugsgruppe. Er wollte weder auf die Autobahn laufen noch sich an möglichen Straftaten beteiligen. Anschließend zog er seine Warnweste aus, beschriftete sie mit „Presse“ und setzte seine Arbeit offen als Reporter fort.

Während der Aktion filmte er Blockaden und sprach mit Beteiligten. Nach seiner Einschätzung fiel seine Tarnung nicht auf. Erst durch die spätere Veröffentlichung der Reportage sei sein Gesicht in den entsprechenden Netzwerken bekannt geworden. Marc bringt die heutigen Bedrohungen gegen ihn mit dieser Recherche in Verbindung.

Trotz der Risiken würde er eine vergleichbare Recherche wiederholen. Er sei mit dem entstandenen Material und der fertigen Reportage sehr zufrieden gewesen. Den Reiz seines Berufs sieht er darin, an Orte zu gehen, an denen Konflikte und gesellschaftliche Missstände sichtbar würden.

„Marc My Words“ und junge Zielgruppen

Mit seinem NIUS-Format „Marc My Words“ möchte Marc gesellschaftliche und politische Themen unterhaltsam für ein jüngeres Publikum aufbereiten. Er setzt auf Straßeninterviews, Verkleidungen und das Prinzip „Show, don’t tell“: Widersprüche sollen durch die Antworten verschiedener Befragter sichtbar werden, ohne dass er sie ausführlich erklärt.

Als Beispiele nennt er Beiträge über Kostüme, kulturelle Aneignung, Kriminalitätsstatistiken und verschiedene Selbstbezeichnungen gesellschaftlicher Gruppen. Ein Straßeninterview zur Polizeilichen Kriminalstatistik habe nach seiner Angabe rund 1,6 Millionen Aufrufe erreicht.

Ein eigener Kanal würde ihm zwar mehr Entscheidungsfreiheit bieten, Marc bevorzugt derzeit aber die redaktionelle, finanzielle, technische und rechtliche Unterstützung durch NIUS. Sein Ziel sei, weiter neue Ideen umzusetzen, jüngere Menschen zu erreichen und politische Themen mit Humor zu verbinden.

Zentrale Aussagen

  • Marc gelangte mit 18 Jahren über eine Instagram-Nachricht an Julian Reichelt in den Journalismus. (00:04:49)
  • Erfahrungen mit den Corona-Maßnahmen und persönlicher Ausgrenzung hätten seine politische Entwicklung geprägt. (00:08:29)
  • Seinen Gerechtigkeitssinn führt Marc teilweise auf die Werte seiner Eltern zurück. (00:11:45)
  • Sein Aufwachsen in Berlin-Wedding habe ihm früh Erfahrungen mit kultureller Vielfalt, Gewalt und Gruppendynamiken vermittelt. (00:14:53)
  • Marc bewundert Julian Reichelts Fähigkeit, den politischen Kern einer Meldung zu erkennen, betont aber ihre inhaltlichen Differenzen. (00:27:21)
  • Nach Marcs Darstellung hat der Investor von NIUS keinen erkennbaren Einfluss auf die tägliche redaktionelle Arbeit. (00:30:36)
  • NIUS würde laut Marc auch eine regierende AfD kritisch begleiten. (00:33:11)
  • Marc hält keine Partei für eine sichere politische „Rettung“ und befürchtet, dass sich auch die AfD langfristig verändern könnte. (00:35:48)
  • Er befürwortet mehr direkte Demokratie und eine stärkere Beteiligung der Bürger. (00:37:03)
  • Bei einer Recherche in Wedel fand Marc Personen, die später wegen des Angriffs auf einen Musikschullehrer verurteilt worden seien. (00:42:33)
  • Marc und eine Kollegin seien bei einer Demonstration gegen rechts in München mit Stöcken und Fäusten angegriffen worden. (00:49:29)
  • Gegen ihn gerichtete Gewalt- und Tötungsdrohungen in sozialen Medien habe Marc angezeigt. (00:50:02)
  • Für seine Undercover-Recherche meldete sich Marc unter falscher Identität zu einem Aktionstraining und einer Busfahrt nach Gießen an. (00:53:15)
  • Um in den Bus zu gelangen, musste er Kontakte herstellen und Teil einer Bezugsgruppe werden. (00:57:36)
  • Nach der nächtlichen Busfahrt trennte er sich von der Gruppe, kennzeichnete sich als Pressevertreter und setzte die Berichterstattung offen fort. (01:00:49)
  • Marc würde trotz der späteren Bedrohungen erneut eine vergleichbare Undercover-Recherche durchführen. (01:16:23)
  • Mit „Marc My Words“ möchte er politische und gesellschaftliche Themen unterhaltsam an ein jüngeres Publikum vermitteln. (01:17:34)
  • Für seine Beiträge nutzt er Straßeninterviews und das Prinzip „Show, don’t tell“. (01:26:09)
  • Marc bevorzugt derzeit eine professionelle Redaktion im Rücken gegenüber dem Aufbau eines vollständig eigenen Kanals. (01:21:00)

Genannte Personen und Organisationen

  • Marc, Gast und Reporter bei NIUS
  • Moderatorin des Kanals „eingast“
  • Julian Reichelt
  • Frank Gotthardt
  • Helena, Kollegin von Marc
  • Jens Winter
  • Armin Makatov – Schreibweise nach Transkript unsicher
  • Björn Harms
  • Jan Karon – Schreibweise nach Transkript unsicher
  • Boris Reitschuster
  • Lina E.
  • Friedrich Merz
  • Barack Obama
  • Elon Musk
  • Colin Fernandes – Schreibweise nach Transkript unsicher
  • Christian Ulmen
  • NIUS
  • „Pleiteticker“
  • Bild
  • Focus
  • Deutsche Presse-Agentur
  • CDU
  • AfD
  • SPD
  • FDP
  • Freie Universität Berlin
  • „Widersetzen“
  • VVN-BdA – Bezeichnung im Transkript teilweise unklar
  • Verfassungsschutz
  • Polizei
  • Verdi
  • „Generation Deutschland“
  • „PragerU“ beziehungsweise ein dort genanntes Straßenformat – Bezeichnung im Transkript unsicher

Genannte Zahlen und konkrete Angaben

  • Marc war bei seiner Kontaktaufnahme mit Julian Reichelt 18 Jahre alt. (00:04:57)
  • Marcs Mutter habe 18 Jahre im Schuh-Einzelhandel gearbeitet. (00:11:45)
  • Das Busticket von Berlin nach Gießen und zurück kostete nach seiner Erinnerung 40 Euro. (00:55:36)
  • Die Busfahrt habe etwa sieben bis acht Stunden gedauert. (00:58:47)
  • Treffen der Busgruppe gegen 20 Uhr, Abfahrt gegen 21 Uhr und Ankunft ungefähr zwischen 4 und 5 Uhr. (00:58:54)
  • Marc entfernte sich nach eigener Angabe etwa 500 Meter auf ein Feld. (01:01:48)
  • Ein von Marc erwähntes Straßeninterview habe rund 1,6 Millionen Aufrufe erreicht. (01:20:19)
  • Als mögliche Einnahmen eines erfolgreichen eigenen Kanals nennt die Moderatorin beispielhaft 200.000 bis 300.000 Euro im Jahr. (01:24:04)

Genannte Quellen, Bücher, Studien oder Dokumente

  • Meldungen der Deutschen Presse-Agentur
  • Ein Bericht des Focus
  • Ein Pressefoto mit einem Fahrzeugkennzeichen
  • Polizeiliche Kriminalstatistik
  • Verfassungsschutzberichte beziehungsweise eine frühere Beobachtung genannter Organisationen
  • Beiträge und Standortmeldungen auf Instagram und X
  • Gerichtsverfahren zum Angriff auf den Musikschullehrer in Wedel

Unklare oder nicht sicher zuordenbare Stellen

  • Der Nachname des Gastes ist im Transkript nicht eindeutig verständlich.
  • Mehrere Personen- und Organisationsnamen sind fehlerhaft oder wechselnd transkribiert.
  • Marc ist sich bei Herkunft und familiärer Beziehung der im Fall Wedel verurteilten Personen nicht sicher.
  • Einzelheiten und Opferzahlen des erwähnten Angriffs in München kann Marc nicht mehr genau benennen.
  • Die genaue organisatorische Verbindung zwischen „Widersetzen“ und der VVN-BdA bleibt im Gespräch unklar.

Transparenzhinweis: Diese Zusammenfassung verdichtet ausschließlich die im Video geäußerten Inhalte. Sie enthält keine inhaltliche Bewertung oder externe Faktenprüfung. Aussagen in der Zusammenfassung sind den jeweiligen Sprechern zuzurechnen und nicht als redaktionelle Position der Plattform zu verstehen. Näheres zur Arbeitsweise finden Sie hier.

Inhaltsangabe

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