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Kees van der Pijl über 9/11, den „War on Terror“ und israelisch-amerikanische Machtstrukturen

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8

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Originaltitel:

Het plan voor 9/11 in 1984 & Mossad in Den Haag | Kees van der Pijl | The Trueman Show #287

Veröffentlicht am:

23. Juli 2026

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Dauer:

2:44:14

Kurzbeschreibung

Jorn Luka spricht mit Kees van der Pijl über dessen Buch Israel und 9/11 und seine These einer langfristigen israelisch-amerikanischen Strategie hinter dem späteren „War on Terror“. Weitere Themen sind der Mossad und israelische Geheimdienste, Geert Wilders, die Entwicklung eines von van der Pijl so bezeichneten „atlantischen Zionismus“, Jeffrey Epstein sowie die Anschläge vom 11. September 2001.

Zusammenfassung

Mossad, niederländische Politik und Geert Wilders

Zu Beginn sprechen Jorn Luka und Kees van der Pijl über die niederländische Opposition und verschiedene politische Akteure. Van der Pijl kommt dabei auf Geert Wilders zu sprechen. Er verweist auf eine Dokumentation, der zufolge Wilders von der VVD gezielt aufgebaut worden sei, um nach der Ermordung Pim Fortuyns dessen politische Themen aufzufangen. Darüber hinaus beschreibt van der Pijl Wilders als eng mit Israel verbunden. Er sei häufiger Gast der israelischen Botschaft in Den Haag gewesen und nach van der Pijls Darstellung von niederländischen Sicherheitskreisen als israelischer Agent beziehungsweise möglicherweise als „Asset“ betrachtet worden. Eine genaue formelle Beziehung zum Mossad könne er jedoch nicht benennen.

Von dort erweitert sich das Gespräch auf den Einfluss israelischer Geheimdienste und transnationaler Netzwerke. Van der Pijl betont, der Mossad sei nur ein Teil eines größeren Systems; daneben gebe es unter anderem den israelischen Militärgeheimdienst Aman.

„Atlantischer Zionismus“

Ab 00:17:40 erläutert van der Pijl einen zentralen Begriff seines Buches: den „atlantischen Zionismus“. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sei die zuvor bestehende euroatlantische Machtstruktur seiner Auffassung nach zunehmend durch eine enge Verbindung israelischer und amerikanischer Eliten ersetzt worden. Europa sei dabei politisch und wirtschaftlich in den Hintergrund geraten.

Van der Pijl versteht Zionismus dabei nicht allein als auf das Staatsgebiet Israels beschränktes Projekt. Er beschreibt ihn als transnationales Netzwerk, dessen politische und wirtschaftliche Bedeutung weit über Israel hinausreiche. Nach 1991 sei israelisches Kapital verstärkt in die USA geflossen, während Unternehmen an amerikanischen Börsen notiert worden seien. Daraus habe sich nach seiner Darstellung ein gemeinsamer israelisch-amerikanischer Machtblock entwickelt. Eingefügter Text(20260930-10594…

In diesem Zusammenhang spricht er später auch über amerikanische Milliardärsnetzwerke und Jeffrey Epstein. Unter Berufung unter anderem auf Whitney Webb beschreibt er Epstein nicht primär als Sexualstraftäter, sondern als Teil eines größeren Systems aus Finanzbeziehungen, Geheimdienstkontakten und Erpressungsmöglichkeiten. Dabei verweist er insbesondere auf Verbindungen zum israelischen Militärgeheimdienst Aman.

Die Vorgeschichte des „War on Terror“

Ab 00:57:12 schildert van der Pijl die Kernthese seines Buches. Die Vorgeschichte des späteren „War on Terror“ reiche seiner Darstellung nach rund zwei Jahrzehnte zurück. Einen entscheidenden Ausgangspunkt sieht er im Krieg von 1973. Israel habe damals erfahren, dass seine militärische Überlegenheit gegenüber den arabischen Nachbarstaaten Grenzen habe. Daraus habe sich die strategische Vorstellung entwickelt, künftige größere Kriege gegen regionale Gegner nicht mehr selbst zu führen, sondern die USA und von Washington organisierte Koalitionen dafür einzusetzen.

Van der Pijl verweist auf eine Konferenz von 1979 unter dem damaligen israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin, an der auch amerikanische Vertreter teilgenommen hätten. Dort sei eine internationale Strategie für einen „Krieg gegen den Terror“ diskutiert worden. Israel sollte demnach seine größeren regionalen Gegner nicht mehr allein militärisch bekämpfen; diese Aufgabe sollte zunehmend von den Vereinigten Staaten übernommen werden.

Besondere Bedeutung misst van der Pijl einer weiteren Konferenz von 1984 in Washington bei, die Benjamin Netanjahu geleitet habe. Nach van der Pijls Darstellung sei dort die Frage behandelt worden, auf welcher politischen und völkerrechtlichen Grundlage die USA Staaten im Nahen Osten angreifen könnten. Er gibt Netanjahus damalige Argumentation sinngemäß so wieder, dass dafür ein außergewöhnlich schwerer Terroranschlag notwendig sei, nach dem Angriffe auf Staaten gerechtfertigt werden könnten, denen Unterstützung oder Beherbergung der Verantwortlichen zugeschrieben werde. Van der Pijl bezeichnet dieses strategische Konzept für 1984 als bereits weitgehend entwickelt.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion habe anschließend jedoch eine Anpassung erforderlich gemacht. Die bisherige Vorstellung von Moskau als Zentrum des internationalen Terrorismus habe nicht länger funktioniert. In den 1990er-Jahren seien daher neue politische und gesellschaftliche Voraussetzungen für eine andere Feinddefinition entstanden.

Islam als neues Feindbild

Van der Pijl beschreibt mehrere Ereignisse und Konflikte, durch die Muslime seiner Auffassung nach in westlichen Gesellschaften zunehmend als gewalttätige oder terroristische Bedrohung wahrgenommen worden seien. Er nennt unter anderem den Algerienkrieg der 1990er-Jahre und die Kontroverse um Salman Rushdies The Satanic Verses. Solche Ereignisse hätten dazu beigetragen, die öffentliche Wahrnehmung auf einen späteren Konflikt mit islamisch geprägten Staaten vorzubereiten.

Seine These lautet, dass der 11. September 2001 deshalb nicht ohne längere Vorgeschichte betrachtet werden könne. Die Vorstellung muslimischer Terroristen als globale Bedrohung sei zu diesem Zeitpunkt bereits gesellschaftlich etabliert gewesen.

Van der Pijls Interpretation von 9/11

Ab 01:43:09 geht das Gespräch unmittelbar auf die Anschläge ein. Van der Pijl beschreibt 9/11 als Ergebnis mehrerer über rund 20 Jahre entstandener strategischer Entwicklungen. Er verwendet dafür den Begriff „Systemereignis“. Damit meint er ausdrücklich nicht einen einzigen zentral gesteuerten Plan, sondern verschiedene Vorhaben und Akteursgruppen, deren Interessen und Aktivitäten sich teilweise überschnitten, teilweise aber auch gegenseitig behinderten.

Als Bezugspunkt nennt er außerdem die später bekannt gewordenen Äußerungen des ehemaligen NATO-Kommandeurs Wesley Clark über Pläne innerhalb des Pentagon, mehrere Staaten anzugreifen. Van der Pijl stellt diese Kriege in einen Zusammenhang mit der längerfristigen Strategie gegenüber Gegnern Israels.

Im weiteren Gespräch äußert van der Pijl auch Zweifel an einzelnen Bestandteilen der verbreiteten Darstellung des 11. September. Dabei werden unter anderem die Flugzeuge, Geheimdienstinformationen und unterschiedliche Abläufe der Anschläge diskutiert. Diese Überlegungen verbindet er mit seiner These, dass verschiedene parallel laufende Operationen und Interessen zusammengekommen seien.

Epstein, Israel und die USA

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Jeffrey Epstein. Van der Pijl betrachtet dessen Aktivitäten als Bestandteil eines Systems zur Beschaffung kompromittierenden Materials über einflussreiche Personen. Er verbindet dieses Thema mit israelischen Geheimdienststrukturen und amerikanischen Machteliten.

Auch Donald Trump wird in diesem Zusammenhang angesprochen. Van der Pijl argumentiert, kompromittierende Beziehungen könnten politischen Druck ermöglichen. Gleichzeitig betont er, dass internationale Strategien seiner Auffassung nach nicht von einzelnen Präsidenten abhingen. Er verweist auf amerikanische Planungsinstitutionen und langfristige Konzepte, die sich über Jahrzehnte erstreckten.

Ziele des „War on Terror“

Ab 01:59:33 fragt Luka ausdrücklich, ob der „War on Terror“ dazu gedient habe, den Westen hinter Israel zu versammeln und israelische Interessen durchzusetzen. Van der Pijl stimmt dem teilweise zu, nennt jedoch die Kontrolle der Energieressourcen des Nahen Ostens als weiteres wesentliches Motiv.

Er argumentiert, dass die Kontrolle über Öl und Transportwege strategische Macht gegenüber anderen Staaten ermögliche. Als aktuelles Beispiel nennt er die Straße von Hormus und die Abhängigkeit verschiedener asiatischer Staaten von Energieimporten. Auch innenpolitisch könne die Energieversorgung erhebliche Auswirkungen haben, wie seiner Darstellung nach Proteste gegen steigende Kraftstoffpreise zeigten.

Zum Ende des Gesprächs wird außerdem die Rolle von Religion innerhalb des Zionismus behandelt. Van der Pijl argumentiert, dass führende israelische Politiker wie Netanjahu den Zionismus nicht primär religiös verstünden. Er verweist zugleich auf Konflikte mit ultraorthodoxen Juden, die den Staat Israel aus theologischen Gründen ablehnten beziehungsweise sich dem Militärdienst widersetzten.

Zentrale Aussagen

  • 00:07:40: Van der Pijl argumentiert, Geert Wilders sei gezielt als politischer Nachfolger für Themen aufgebaut worden, die zuvor Pim Fortuyn vertreten habe.
  • 00:08:40: Er beschreibt Wilders als eng mit der israelischen Botschaft verbunden und spricht von einer möglichen Tätigkeit als israelischer „Agent“ oder „Asset“, ohne eine konkrete formelle Mossad-Zugehörigkeit festzustellen.
  • 00:17:40: Van der Pijl beschreibt den Aufstieg eines „atlantischen Zionismus“ nach dem Ende der Sowjetunion.
  • 00:57:33: Die Vorgeschichte des späteren „War on Terror“ habe sich nach seiner Darstellung über etwa 20 Jahre entwickelt.
  • 00:58:58: Nach dem Krieg von 1973 sei in Israel die Vorstellung entstanden, künftige Kriege gegen regionale Gegner stärker von den USA führen zu lassen.
  • 00:59:19: Van der Pijl nennt eine Konferenz von 1979 unter Menachem Begin als wichtigen Schritt zur Entwicklung einer Strategie für einen internationalen Krieg gegen Terrorismus.
  • 01:00:12: Bei einer Konferenz 1984 habe Netanjahu nach van der Pijls Darstellung über die Voraussetzungen gesprochen, unter denen Angriffe auf Staaten als Reaktion auf Terrorismus legitimiert werden könnten.
  • 01:00:45: Van der Pijl führt aus, dass in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit eines außergewöhnlich schweren Terrorereignisses diskutiert worden sei.
  • 01:01:07: Er bezeichnet das entsprechende strategische Konzept bereits 1984 als weitgehend entwickelt, bevor der Zusammenbruch der Sowjetunion eine Anpassung erforderlich gemacht habe.
  • 01:20:36: Unter Bezug auf Whitney Webb verbindet van der Pijl Jeffrey Epstein mit Finanznetzwerken und israelischen Geheimdienststrukturen.
  • 01:26:52: Er argumentiert, verschiedene Konflikte und öffentliche Debatten hätten über Jahre ein westliches Feindbild des gewalttätigen Islam entstehen lassen.
  • 01:43:58: Van der Pijl bezeichnet 9/11 als „Systemereignis“, bei dem mehrere langfristige Planungen und Interessen zusammengekommen seien.
  • 01:43:25: Er verweist auf Wesley Clarks Bericht über amerikanische Pläne für Angriffe auf mehrere Staaten und ordnet diese in seine Darstellung langfristiger Strategien ein.
  • 01:58:40: Van der Pijl betont, geopolitische Strategien seien seiner Ansicht nach langfristig angelegt und nicht allein von einzelnen Präsidenten abhängig.
  • 01:59:33: Den „War on Terror“ verbindet er sowohl mit israelischen Interessen als auch mit der Kontrolle der Energievorräte des Nahen Ostens.
  • 02:04:06: Van der Pijl beschreibt den politischen Zionismus Netanjahus als überwiegend säkulares und nicht primär religiöses Projekt.

Genannte Personen und Organisationen

Kees van der Pijl, Jorn Luka, Geert Wilders, Pim Fortuyn, Willem Engel, Benjamin Netanjahu, Menachem Begin, George H. W. Bush, Margaret Thatcher, Ronald Reagan, Wesley Clark, Jeffrey Epstein, Whitney Webb, Donald Trump, Jacques Chirac, Gerhard Schröder, Wladimir Putin, Salman Rushdie, Ronald Lauder, David Ben-Gurion, Mosche Dajan; Mossad, Aman, AIVD, VVD, BBB, NATO, Pentagon, Vereinte Nationen, RAND Corporation, Meta/Facebook, Palantir.

Genannte Zahlen und konkrete Angaben

  • 1973: Krieg Israels gegen arabische Nachbarstaaten als strategischer Wendepunkt in van der Pijls Darstellung.
  • 1979: Konferenz unter Menachem Begin zum internationalen Terrorismus.
  • 1984: Von Netanjahu geleitete Konferenz in Washington, der van der Pijl zentrale Bedeutung für die spätere Strategie zuschreibt.
  • 1989–1991: Zusammenbruch des sowjetischen Machtblocks und dadurch notwendige Veränderung der bisherigen Strategie.
  • 1979–2001: Zeitraum, in dem nach van der Pijls Darstellung an den entsprechenden strategischen Konzepten gearbeitet worden sei.
  • Rund 20 Jahre: Zeitraum der von van der Pijl beschriebenen Vorbereitung und Entwicklung vor 9/11.
  • Vier Flugzeuge / 19 Entführer: im Gespräch genannte Bestandteile der Darstellung der Anschläge vom 11. September.
  • Sieben Staaten: von Wesley Clark berichtete Zahl geplanter amerikanischer Angriffsländer.
  • 20 bis 30 Jahre: Zeitraum, über den langfristige amerikanische geopolitische Planungen laut van der Pijl teilweise entwickelt würden.

Genannte Quellen, Bücher, Studien oder Dokumente

  • Kees van der Pijl: Israel und 9/11
  • Salman Rushdie: The Satanic Verses
  • Arbeiten von Whitney Webb über Jeffrey Epstein und damit verbundene Netzwerke
  • Dokumentation von Jonathan [Nachname im Transkript nicht sicher verständlich] über Geert Wilders
  • Von van der Pijl erwähnte Arbeiten über das israelische Atomprogramm
  • Aussagen des ehemaligen NATO-Kommandeurs Wesley Clark über geplante Kriege gegen mehrere Staaten
  • Im Gespräch erwähnte Arbeiten beziehungsweise Analysen der RAND Corporation

Unklare oder nicht sicher zuordenbare Stellen

Mehrere Eigennamen werden im automatischen niederländischen Transkript erkennbar fehlerhaft wiedergegeben. Dies betrifft insbesondere einzelne Autoren beziehungsweise Journalisten im Abschnitt über Jeffrey Epstein sowie den Namen des Dokumentarfilmers über Geert Wilders. Auch einzelne Jahreszahlen werden fehlerhaft transkribiert; übernommen wurden nur Angaben, deren gemeinter Wert aus dem unmittelbaren Gespräch eindeutig hervorgeht.

Transparenzhinweis: Diese Zusammenfassung verdichtet ausschließlich die im Video geäußerten Inhalte. Sie enthält keine inhaltliche Bewertung oder externe Faktenprüfung. Aussagen in der Zusammenfassung sind den jeweiligen Sprechern zuzurechnen und nicht als redaktionelle Position der Plattform zu verstehen. Näheres zur Arbeitsweise finden Sie hier.

Inhaltsangabe

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Kees van der Pijl

Israel und 9/11

Der Aufstieg des atlantischen Zionismus

Der renommierte Politikwissenschaftler Kees van der Pijl analysiert die Hintergründe des "War on Terror", den die USA gegen Israels Feinde führen. Van der Pijl zeigt, dass diese Hintergründe bis Jahrzehnte vor den Anschlägen des 11. September reichen und die politischen Strukturen Israels und der USA weit vernetzt sind.

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