Video-Essay

El Salvadors Kampf gegen Bandenkriminalität und die Politik Nayib Bukeles

(geschätzte Lesezeit:

4

Minuten)

Originaltitel:

El Salvador jailed 2% of its men. Here's what happened.

Veröffentlicht am:

13. Juli 2026

Person:

Dauer:

20:06

Kurzbeschreibung

Ken LaCorte beschreibt, wie El Salvador innerhalb weniger Jahre von einem Land mit extrem hoher Mordrate zu einem nach seiner Darstellung sehr sicheren Staat wurde. Er zeichnet die Vorgeschichte der Gewalt nach, erläutert die Massenverhaftungen unter Präsident Nayib Bukele und behandelt anschließend die gesellschaftlichen und politischen Folgen dieser Sicherheitsstrategie.

Zusammenfassung

Von Bürgerkrieg und Bandenherrschaft zur extremen Gewalt

LaCorte beginnt mit einem historischen Rückblick. Er beschreibt El Salvador als ein Land, das über Jahrzehnte immer wieder von politischer und gesellschaftlicher Gewalt geprägt gewesen sei. Nach dem Massaker „La Matanza“ von 1932 und jahrzehntelanger Militärherrschaft folgte ab 1980 ein zwölfjähriger Bürgerkrieg zwischen der Regierung und der linken Guerillakoalition FMLN. Dabei seien rund 75.000 Menschen getötet worden. [01:29–04:05]

Die spätere Bandenkriminalität führt LaCorte teilweise auf die Folgen dieses Bürgerkriegs zurück. Viele Salvadorianer seien in die USA geflohen, insbesondere nach Los Angeles. Dort hätten sich unter anderem MS-13 und Barrio 18 entwickelt. Nachdem die USA zahlreiche Bandenmitglieder nach El Salvador abgeschoben hätten, hätten die Gangs dort große Teile des Landes kontrolliert. LaCorte spricht von etwa 65.000 Bandenmitgliedern und davon, dass zeitweise vier von fünf kleinen Unternehmen Schutzgeld gezahlt hätten. 2015 habe die Mordrate bei mehr als 100 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner gelegen. [04:06–06:39]

Bukeles massiver Sicherheitskurs

Nayib Bukele sei 2019 mit einem Programm gegen Korruption sowie mit sozial- und präventionspolitischen Ansätzen Präsident geworden. LaCorte erwähnt Berichte, wonach seine Regierung zunächst heimlich mit Banden verhandelt habe; Bukele bestreite dies. [07:53–10:38]

Nach einer Mordserie im März 2022 mit 62 Toten an einem Tag habe Bukele den Ausnahmezustand verhängen lassen. Bestimmte Verfahrensrechte seien eingeschränkt worden, und innerhalb kurzer Zeit seien Tausende mutmaßliche Bandenmitglieder festgenommen worden. Grundlage für Festnahmen hätten laut LaCorte teilweise Tattoos, anonyme Hinweise oder der Wohnort in bekannten Ganggebieten sein können. Später seien Sammelverfahren mit bis zu 900 Angeklagten ermöglicht worden. Insgesamt seien seit Beginn des Ausnahmezustands mehr als 80.000 Menschen festgenommen worden. [10:42–12:31]

LaCorte führt den starken Rückgang der Gewalt auf diese Maßnahmen zurück. Die Mordrate sei von über 100 pro 100.000 Einwohner im Jahr 2015 auf 1,3 im Jahr 2025 gesunken. Er beschreibt zudem seinen eigenen Eindruck, dass sich öffentliche Plätze und Straßen heute deutlich sicherer anfühlten. [12:34–13:24]

Zustimmung und politische Folgen

Innerhalb El Salvadors genieße Bukele weiterhin außergewöhnlich hohe Zustimmung. LaCorte nennt für 2026 eine Umfrage mit 94 Prozent Zustimmung. Gleichzeitig verweist er auf Kritik an willkürlichen Festnahmen, Misshandlungen, Todesfällen in Haft und fehlenden rechtsstaatlichen Verfahren. Bukele selbst habe 2024 erklärt, dass 8.000 zu Unrecht Festgenommene wieder freigelassen worden seien. [13:38–17:02]

Darüber hinaus beschreibt LaCorte eine zunehmende Konzentration politischer Macht. Bukeles Partei habe Richter und den Generalstaatsanwalt ausgetauscht, seine Wiederwahl ermöglicht und 2025 die Begrenzung der Amtszeiten abgeschafft. LaCorte sieht die entscheidende langfristige Frage deshalb darin, ob El Salvador stabile Institutionen entwickeln könne, die auch nach Bukeles Amtszeit funktionieren. [17:03–19:34]

Zentrale Aussagen

  • LaCorte bezeichnet El Salvador für die Zeit um 2015 als eines der gewalttätigsten Länder außerhalb von Kriegsgebieten. [06:06–06:24]
  • Er beschreibt MS-13 und Barrio 18 als ursprünglich in Los Angeles entstandene Banden. [04:17–04:37]
  • Nach Abschiebungen aus den USA hätten sich die Banden in El Salvador stark ausgebreitet und teilweise staatsähnliche Kontrolle über Gebiete ausgeübt. [05:02–06:03]
  • Bukele sei 2019 zunächst mit Antikorruption, Prävention und sozialen Maßnahmen angetreten, nicht mit Massenverhaftungen. [07:53–08:30]
  • Nach 62 Morden an einem Tag im März 2022 habe die Regierung den Ausnahmezustand verhängt und eine umfassende Verhaftungswelle begonnen. [10:42–11:25]
  • Seit Beginn der Maßnahmen seien mehr als 80.000 Menschen festgenommen worden. [12:23–12:31]
  • LaCorte führt den Rückgang der Mordrate auf Bukeles Sicherheitsstrategie zurück. [12:34–12:53]
  • Er nennt zugleich Berichte über willkürliche Haft, Misshandlungen und fehlende rechtsstaatliche Verfahren. [16:21–16:32]
  • Bukele habe 2024 erklärt, dass 8.000 als unschuldig eingestufte Gefangene wieder freigelassen worden seien. [16:49–17:02]
  • LaCorte beschreibt Bukeles hohe Zustimmung in der Bevölkerung und nennt für 2026 einen Wert von 94 Prozent. [13:38–13:57]
  • Gleichzeitig sieht er eine zunehmende Machtkonzentration beim Präsidenten und seinem politischen Lager. [17:03–18:23]
  • Als langfristige Aufgabe bezeichnet LaCorte den Aufbau funktionierender Institutionen, die auch nach Bukele Bestand haben. [19:13–19:34]

Genannte Personen und Organisationen

  • Ken LaCorte
  • Nayib Bukele
  • Maximiliano Hernández Martínez
  • Ronald Reagan
  • FMLN
  • MS-13
  • Barrio 18
  • US-Finanzministerium
  • US-Außenministerium
  • Organisation Amerikanischer Staaten
  • Vereinte Nationen
  • salvadorianische Jesuitenuniversität
  • investigative Medien in El Salvador, darunter eine im Transkript unklar wiedergegebene Bezeichnung

Genannte Zahlen und konkrete Angaben

  • 1932: „La Matanza“ mit laut LaCorte etwa 10.000 bis 40.000 Toten
  • 1980–1992: zwölf Jahre Bürgerkrieg
  • etwa 75.000 Tote im Bürgerkrieg
  • 1997–2015: mehr als 90.000 Menschen aus den USA nach El Salvador abgeschoben
  • rund 65.000 Bandenmitglieder auf dem Höhepunkt der Gangherrschaft
  • etwa vier von fünf kleinen Unternehmen hätten Schutzgeld gezahlt
  • 2015: mehr als 100 Tötungsdelikte je 100.000 Einwohner
  • 2019: Bukele gewinnt die Präsidentschaft mit 53 Prozent
    1. März 2022: Beginn der beschriebenen Mordserie
  • 62 Tote an einem Tag
  • mehr als 600 Festnahmen innerhalb von zwei Tagen
  • rund 6.000 Festnahmen innerhalb von zehn Tagen
  • Sammelverfahren mit bis zu 900 Angeklagten
  • mehr als 80.000 Festnahmen seit Beginn des Ausnahmezustands
  • 2025: Mordrate laut LaCorte 1,3 je 100.000 Einwohner
  • 2026: von ihm zitierte Zustimmungsrate für Bukele von 94 Prozent
  • 2024: laut Bukele 8.000 irrtümlich Inhaftierte freigelassen

Genannte Quellen, Bücher, Studien oder Dokumente

  • Berichte eines salvadorianischen Investigativmediums über mögliche Verhandlungen zwischen Regierung und MS-13
  • Sanktionen und Angaben des US-Finanzministeriums
  • Angaben des US-Außenministeriums
  • Umfrage einer Jesuitenuniversität in El Salvador
  • Bewertungen internationaler Menschenrechtsorganisationen und eines internationalen Panels

Konkrete Titel der Berichte oder Studien werden im Transkript nicht genannt.

Unklare oder nicht sicher zuordenbare Stellen

Der Name des im Transkript genannten salvadorianischen Investigativmediums ist fehlerhaft beziehungsweise nicht eindeutig wiedergegeben. Auch einzelne Eigennamen erscheinen durch die automatische Transkription verfälscht und wurden daher nicht ergänzt oder rekonstruiert.

Transparenzhinweis: Diese Zusammenfassung verdichtet ausschließlich die im Video geäußerten Inhalte. Sie enthält keine inhaltliche Bewertung oder externe Faktenprüfung. Aussagen in der Zusammenfassung sind den jeweiligen Sprechern zuzurechnen und nicht als redaktionelle Position der Plattform zu verstehen. Näheres zur Arbeitsweise finden Sie hier.

Inhaltsangabe

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