Zusammenfassung
Kindheit, Familie und politische Prägung
Ben Berndt erklärt zu Beginn, er habe Höcke eingeladen, weil andere Politiker die AfD häufig mit dessen Person begründeten und er herausfinden wolle, wer Höcke als Mensch sei. Sein Ziel sei kein konfrontatives Interview, sondern ein offenes Gespräch, aus dem er selbst klüger hervorgehen könne.
Höcke beschreibt sich als jemanden, der gerne zuhöre, unterschiedliche Standpunkte kennenlernen wolle und nicht glaube, im Besitz endgültiger Wahrheiten zu sein. Er habe bereits als Kind das Bedürfnis verspürt, etwas zu dienen, das größer sei als er selbst. Autorität habe er akzeptiert, wenn er ihren Sinn habe verstehen können.
Politik sei in seinem Elternhaus regelmäßig besprochen worden. Sein Vater sei Lehrer gewesen, seine Mutter Krankenschwester. Der Vater habe ihm eine eigene politische und historische Perspektive vermittelt, ihn aber nicht dazu gedrängt, diese zu übernehmen. Höcke führt diese Haltung als Vorbild für seine spätere Tätigkeit als Lehrer an: Er habe seine Standpunkte dargestellt, den Schülern aber eine abweichende Meinung zugestanden.
Mit 14 Jahren sei Höcke in die Junge Union eingetreten. Er habe damals Helmut Kohls Forderung nach einer „geistig-moralischen Wende“ sowie das Auftreten von Franz Josef Strauß ansprechend gefunden. In der JU habe er jedoch schnell den Eindruck gewonnen, dass viele Funktionäre vor allem ihre persönliche Karriere vorbereiteten. Er habe deshalb nur wenige Veranstaltungen besucht und sei zu einer weitgehend inaktiven „Karteileiche“ geworden.
Eine weitere Prägung sei die Herkunft seiner Familie aus Ostpreußen gewesen. In der Familie seien Flucht, Vertreibung, der Verlust der Heimat und das Leid deutscher Zivilisten am Ende des Zweiten Weltkriegs regelmäßig thematisiert worden. Höcke erzählt, dass Angehörige auf der Flucht oder nach Kriegsende ums Leben gekommen seien. Seine Großmutter habe die „Wilhelm Gustloff“ nicht mehr erreicht und dadurch deren Untergang überlebt.
Höcke argumentiert, die Beschäftigung mit dem Leid der eigenen Familie habe sein Geschichtsverständnis geprägt. Er fordert ein Geschichtsbild, das negative Kapitel nicht ausblende, aber auch positive Traditionen und die Erfahrungen der eigenen Bevölkerung berücksichtige. Ein Volk benötige seiner Ansicht nach eine grundsätzlich positive Beziehung zu seiner Geschichte, um ein stabiles politisches Gemeinwesen bilden zu können.
Vom Lehrer zum AfD-Politiker
Höcke studierte nach eigener Darstellung Geschichte und Sport und arbeitete zunächst an einer integrierten Gesamtschule in der Nähe von Frankfurt. Dort habe er zahlreiche Schüler erlebt, die wenig Deutsch gesprochen hätten. Der reguläre Unterricht sei dadurch erschwert worden, und Lehrer hätten vereinfachte Materialien erstellen sowie sozialpädagogische und integrative Aufgaben übernehmen müssen.
Außerdem habe es Konflikte zwischen Schülergruppen unterschiedlicher Herkunft gegeben, in denen politische und ethnische Auseinandersetzungen aus den Herkunftsländern fortgesetzt worden seien. Höcke vertrat im Kollegium die Position, dass die Aufnahmegesellschaft verbindliche kulturelle und sprachliche Anforderungen definieren müsse. Andere Lehrer hätten dagegen die Entstehung einer neuen multikulturellen Gesellschaft begrüßt, in der auch die einheimische Bevölkerung ihre Identität neu aushandeln müsse.
Später wechselte Höcke an die Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf. Dort unterrichtete er Geschichte und Sport, leitete Angebote im Ganztagsbereich und war mehrere Jahre Vertrauenslehrer. Er berichtet von einer guten Beziehung zu Schülern, Eltern und Kollegen. Ursprünglich habe er eine Schulleiterlaufbahn angestrebt und dafür zusätzlich ein Studium im Schulmanagement absolviert.
An dieser Schule habe er ein anderes Problem wahrgenommen: Wegen sinkender Kinderzahlen hätten ländliche Schulen um ihre Existenz kämpfen und in benachbarten Einzugsgebieten Schüler anwerben müssen. Aus den Erfahrungen an beiden Schulen leitete Höcke zwei zentrale politische Themen ab: Migration und demografische Entwicklung. Hinzu sei seine Wahrnehmung gekommen, bestimmte Probleme könnten wegen politischer und gesellschaftlicher Sprachregelungen nicht offen diskutiert werden.
Die Gründung einer Familie habe sein politisches Interesse verstärkt. Höcke und seine Frau bekamen vier Kinder. Mit der Vaterschaft sei für ihn die Frage in den Mittelpunkt gerückt, in welchem Land seine Kinder künftig leben würden. Er habe begonnen, politische Literatur zu lesen und sich mit Gleichgesinnten in informellen Gesprächskreisen, Literaturzirkeln und politischen Netzwerken auszutauschen.
2008 zog die Familie nach Thüringen. Höcke schildert den Umzug als private Entscheidung: Die Familie habe auf dem Land leben wollen und in der Nähe der Burg Hanstein ein denkmalgeschütztes Haus gefunden. Die politische Tätigkeit in Thüringen habe erst später begonnen.
Entstehung und Richtungsentwicklung der AfD
Als wichtigen Vorläufer der AfD nennt Höcke die Debatte um Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“. Das Buch habe zahlreiche Menschen politisiert und Themen wie Demografie, Migration und gesellschaftliche Entwicklung öffentlich zugänglich gemacht. Hinzu sei die Eurokrise gekommen. Besonders die Abstimmungen über die europäischen Rettungsmechanismen hätten das Vertrauen in die etablierten Parteien geschwächt.
Höcke beteiligte sich zunächst an der „Wahlalternative 2013“. Nach dem Scheitern einer Zusammenarbeit mit den Freien Wählern sei daraus die AfD entstanden. In Thüringen hätten sich ungefähr 50 Personen mit unterschiedlichen Biografien und politischen Erfahrungen zusammengefunden. Die Parteigründung sei improvisiert und chaotisch gewesen.
Für die Bundestagswahl 2013 seien Verantwortliche für die einzelnen Wahlkreise bestimmt worden. Höcke habe einen Wahlkreis übernommen, Mitstreiter zusammengerufen, eigene Forderungen formuliert, Geld gesammelt und Flugblätter drucken lassen. Die Beteiligten hätten nach seiner Darstellung keine professionelle Kampagnenstruktur gehabt, sondern vor allem persönlichen Einsatz und politische Überzeugung.
In der weiteren Entwicklung habe es einen Konflikt um die strategische Ausrichtung gegeben. Höcke vermutet, ein Teil der Gründungsführung habe die AfD möglichst schnell als Koalitionspartner der CDU etablieren wollen. Er und andere Mitglieder hätten dagegen eine grundlegendere politische und gesellschaftliche Veränderung angestrebt.
Bernd Lucke beschreibt Höcke als fachlich kompetenten Technokraten, der bestehende Systeme effizienter habe gestalten wollen, aber kein umfassendes alternatives Gesellschafts- oder außenpolitisches Modell vertreten habe. Der sogenannte „Flügel“ sei als informelles Netzwerk entstanden, um dem Kurs Luckes entgegenzutreten. Eine formale Mitgliedschaft habe es laut Höcke nicht gegeben. Beim Parteitag 2015 habe dieses Netzwerk dazu beigetragen, dass Frauke Petry anstelle Luckes zur Vorsitzenden gewählt worden sei.
Höcke habe sich bewusst auf Thüringen konzentriert. Er begründet dies mit seiner Verwurzelung im Land und einer föderalen Strategie: Die AfD müsse zunächst in einem Bundesland Regierungsverantwortung übernehmen und dort zeigen, wie ihre Politik praktisch umgesetzt werde. Er erklärt, er sehe sich inzwischen fachlich in der Lage, das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten auszuüben.
Die Dresdner Rede von 2017 beschreibt Höcke vor allem als Warnung an die eigene Partei. AfD-Politiker sollten sich seiner Ansicht nach nicht zu früh mit parlamentarischen Positionen und gesellschaftlicher Anerkennung zufriedengeben. Daneben habe er eine Änderung der deutschen Erinnerungspolitik gefordert. Die massive öffentliche Reaktion und das anschließende Parteiausschlussverfahren hätten ihn überrascht.
Höcke habe auf die parteiinternen Angriffe bewusst nicht öffentlich reagiert. Eine Spaltung der AfD habe er verhindern wollen, weil es seiner Ansicht nach nur eine realistische Gelegenheit für den Aufbau einer starken oppositionellen Partei gebe. Die innerparteilichen Konflikte hätten sich mit der Zeit abgeschwächt, weil die führenden Personen einander besser kennengelernt und Vertrauen aufgebaut hätten.
Persönliche Folgen der politischen Tätigkeit
Höcke steht nach eigener Darstellung seit vielen Jahren unter Personenschutz. Einerseits bedauere er dies, weil es den Zustand der politischen Auseinandersetzung zeige. Andererseits habe er sich daran gewöhnt. Bei privaten Wanderungen oder Fahrradtouren verzichte er gelegentlich auf den Schutz, um sich frei bewegen zu können.
Politik und Familie seien auf Wunsch seiner Frau grundsätzlich getrennt worden. Sie sei nicht parteipolitisch aktiv und trete öffentlich nicht als seine Ehefrau auf. Besonders nach der Dresdner Rede habe die Familie jedoch starken Druck erlebt.
Höcke berichtet über die Aktion des Zentrums für Politische Schönheit in der Nachbarschaft seines Hauses sowie über veröffentlichte Bilder von Hotelaufenthalten und Familienurlauben. Er habe dies als gezielte Einschüchterung und Überwachung wahrgenommen. Seine Kinder seien in der Schule und im Schulbus wegen seiner politischen Tätigkeit angesprochen und teilweise verspottet worden. Heute erklärten sie ihm, die Zeit sei nicht einfach gewesen, sie seien aber stolz auf ihn.
Migration, Remigration und Staatsangehörigkeit
Höcke bezeichnet Migration als eines der zentralen politischen Themen Deutschlands. Er fordert, ausreisepflichtige Personen konsequent zurückzuführen und die Zuwanderung erheblich zu begrenzen. Als mögliches Vorbild nennt er die restriktivere Migrationspolitik Dänemarks.
Remigration versteht er nicht ausschließlich als Abschiebung. Dazu gehörten für ihn auch politische und wirtschaftliche Anreize zur freiwilligen Rückkehr sowie die Rückkehr ausgewanderter Deutscher. Menschen, die kein Aufenthaltsrecht hätten oder schwere Straftaten begingen, sollten nach seiner Auffassung vorrangig das Land verlassen.
Bei der Staatsangehörigkeit unterscheidet Höcke zwischen dem rechtlichen Status und einer ethnisch-kulturellen Zugehörigkeit. Staatsrechtlich sei jeder Inhaber eines deutschen Passes Deutscher. Er kritisiert jedoch kurze Einbürgerungsfristen und fordert längere Zeiträume, in denen sich Sprache, Rechtsachtung, kulturelle Integration und Loyalität zum Staat zeigen müssten.
Höcke erklärt zugleich, er habe keinen „Reinheitsfimmel“ und vertrete keine Rassenbiologie. Menschen unterschiedlicher Herkunft könnten kulturell Deutsche werden. Als Beispiele nennt er Personen mit türkischer Herkunft, die seit Langem in Deutschland lebten, arbeiteten, das Land als Heimat betrachteten und seine kulturellen Normen teilten. Ebenso gebe es seiner Ansicht nach Menschen ohne Migrationshintergrund, die sich von deutscher Kultur und Geschichte entfernt hätten.
Der Islam stelle nach Höckes Auffassung eine besondere Herausforderung dar, weil religiöse, gesellschaftliche und politische Ordnung dort teilweise miteinander verbunden seien. Maßgeblich sei jedoch das konkrete Verhalten der einzelnen Person. Wer das deutsche Recht respektiere, friedlich lebe und sich mit dem Land identifiziere, solle als gleichwertiger Bürger behandelt werden.
Er berichtet, bei seinen Veranstaltungen hätten ihm auch Menschen mit jüdischer oder migrantischer Herkunft Unterstützung ausgesprochen. Für ihn verlaufe der politische Gegensatz deshalb nicht grundsätzlich zwischen ethnischen Gruppen, sondern zwischen Menschen, die Deutschland erhalten wollten, und jenen, deren Politik oder Haltung seiner Ansicht nach zur Auflösung des Landes beitrage.
Verfassungsschutz, Justiz und demokratische Institutionen
Höcke bezeichnet den Verfassungsschutz wiederholt als „Konkurrenzschutz“. Er argumentiert, eine weisungsgebundene Regierungsbehörde dürfe nicht darüber entscheiden, welche zugelassenen Parteien als extremistisch einzustufen oder zu beobachten seien. Öffentliche Verfassungsschutzberichte und Pressekonferenzen beeinflussten aus seiner Sicht den politischen Wettbewerb.
Einen Inlandsgeheimdienst hält Höcke grundsätzlich für notwendig. Dieser solle sich jedoch beispielsweise auf Spionageabwehr und den Schutz deutscher Unternehmen konzentrieren. Die Beobachtung legaler Parteien und politischer Meinungen wolle er beenden.
Für den Fall einer Regierungsübernahme kündigt er eine Aufarbeitung der Tätigkeit von Sicherheitsbehörden an. Akten müssten gesichert und Vorgänge untersucht werden. Berndt fragt nach, ob solche Aussagen als Aufruf zur Besetzung staatlicher Gebäude verstanden werden könnten. Höcke betont, sämtliche Veränderungen müssten friedlich, rechtsstaatlich und auf Grundlage eines demokratischen Regierungswechsels erfolgen.
Höcke kritisiert zudem die Besetzung parlamentarischer Kontrollgremien, Richterwahlausschüsse und anderer Institutionen. Die etablierten Parteien versuchten seiner Ansicht nach, die AfD trotz ihrer Wahlergebnisse von Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten auszuschließen. Dies führe zu einer Blockade parlamentarischer Verfahren.
Im Gespräch geht es außerdem um Höckes strafrechtliche Verurteilung wegen der Verwendung einer verbotenen Losung. Er erklärt, er habe die historische Zuordnung der verwendeten Formulierung nicht gekannt. Er bezeichnet die Verurteilung als Meinungsdelikt und bestreitet, eine nationalsozialistische Botschaft beabsichtigt zu haben. Die Verfahren bewertet er als politisch motiviert.
Politische Ziele für Thüringen und Deutschland
Für Thüringen nennt Höcke die absolute Mehrheit als strategisches Ziel. Eine Zusammenarbeit mit anderen Parteien hält er derzeit für wenig wahrscheinlich, weil diese sich zur Verhinderung einer AfD-Regierung zusammengeschlossen hätten. Die AfD müsse daher stark genug werden, um eigenständig zu regieren.
Auf Bundesebene erwartet Höcke eine zeitversetzte Entwicklung. Zunächst könne die AfD eine Sperrminorität oder „Gestaltungsminorität“ erreichen und bestimmte grundlegende Entscheidungen blockieren. Langfristig strebt er eine führende Rolle der Partei an.
Inhaltlich fordert er unter anderem eine Umkehr in der Energie-, Migrations-, Bildungs-, Europa- und Außenpolitik. Deutschland solle wieder stärker eigene staatliche und wirtschaftliche Interessen vertreten. In der Außenpolitik plädiert Höcke für nationale Souveränität, friedliche Beziehungen zu unterschiedlichen Machtblöcken und eine Abkehr von militärischer Eskalation.
Er kritisiert die Politik der USA und anderer westlicher Staaten als moralisch begründeten Interventionismus. Das ältere europäische Völkerrecht habe Kriege begrenzen und aus ehemaligen Gegnern wieder Partner machen wollen. Diese Ordnung sei seiner Darstellung zufolge durch die moralische Einteilung von Staaten in gute und böse Akteure zunehmend verdrängt worden.
Deutschland solle nach Höckes Auffassung eine auf Versöhnung, Völkerverständigung und Friedenswahrung ausgerichtete Politik betreiben. Die Erfahrungen der Weltkriege müssten dazu führen, militärische Konflikte und eine direkte deutsche Beteiligung möglichst zu verhindern.
Am Ende fragt Berndt, was Höcke sich selbst auf einen Zettel schreiben würde, falls er am nächsten Tag ohne Erinnerungen aufwache. Höcke nennt einen Satz, den eines seiner Kinder in einer für ihn schwierigen Situation gesagt habe: Es sei gut, für sein Land zu kämpfen.
Zentrale Aussagen
- 00:03:20 – Ben Berndt erklärt, er wolle Höcke nicht vorführen, sondern dessen Biografie, Motivation und Weltsicht verstehen.
- 00:11:36 – Höcke sagt, die Gründung seiner Familie habe sein Verantwortungsgefühl verstärkt und ihn wieder stärker politisiert.
- 00:15:33 – Höcke beschreibt sprachliche und kulturelle Probleme an seiner ersten Schule als prägende Erfahrung.
- 00:17:40 – Migration und demografischer Rückgang seien die beiden Themen gewesen, über die er politisch aktiv geworden sei.
- 00:40:15 – Höcke beschreibt sich als eigenständig und autoritätskritisch; er habe sich früh von der Mehrheit absetzen wollen.
- 00:49:03 – Die Flucht- und Vertreibungsgeschichte seiner ostpreußischen Familie habe sein historisches und politisches Bewusstsein geprägt.
- 01:13:35 – Höcke sagt, er sei nicht wegen einer Karriere in die Politik gegangen, sondern weil er seinem Land und einer größeren Gemeinschaft dienen wolle.
- 01:30:08 – Die Debatte um „Deutschland schafft sich ab“ habe nach Höckes Einschätzung wesentlich zur späteren Entstehung der AfD beigetragen.
- 01:39:01 – Die Gründung der AfD in Thüringen schildert er als improvisierten, chaotischen und von persönlichem Einsatz getragenen Prozess.
- 01:48:10 – Höcke vermutet, Teile der ursprünglichen AfD-Führung hätten die Partei als künftigen Koalitionspartner der CDU aufbauen wollen.
- 01:52:54 – Den „Flügel“ bezeichnet er als informelles Netzwerk ohne formale Mitgliedschaft.
- 01:57:20 – Höcke erklärt, die AfD müsse zuerst in einem Bundesland Regierungsverantwortung übernehmen und dort ein politisches Modell praktisch umsetzen.
- 02:00:07 – Als Hauptthema seiner Dresdner Rede nennt er die Warnung vor einem zu frühen Ankommen der AfD im etablierten Politikbetrieb.
- 02:10:24 – Eine Spaltung der AfD habe er verhindern wollen, weil die Partei nach seiner Auffassung nur geschlossen erfolgreich sein könne.
- 02:23:00 – Höcke beschreibt die Zeit nach der Dresdner Rede als schwere Belastung für seine Frau und seine Kinder.
- 02:44:31 – Er fordert, ausreisepflichtige Personen konsequent zurückzuführen und Remigration politisch umzusetzen.
- 02:49:33 – Höcke verbindet deutsche Zugehörigkeit mit Abstammung, lässt nach eigener Darstellung aber auch Einbürgerung und kulturelle Integration zu.
- 03:09:33 – Er erkennt an, dass jeder Inhaber eines deutschen Passes staatsrechtlich Deutscher ist.
- 03:13:25 – Höcke sagt, viele Bürger mit Migrationshintergrund arbeiteten hart, liebten Deutschland und betrachteten die Migrationspolitik ebenfalls kritisch.
- 03:32:28 – Für Thüringen bezeichnet er eine absolute Mehrheit der AfD als strategisches Ziel.
- 03:56:35 – Höcke kündigt für den Fall einer Regierungsübernahme eine Aufarbeitung der Tätigkeit des Verfassungsschutzes an.
- 04:20:19 – Seine strafrechtliche Verurteilung bezeichnet er als Verurteilung wegen eines Meinungsdelikts.
- 04:30:00 – Höcke fordert eine Außenpolitik, die auf Versöhnung, Völkerverständigung und die Vermeidung von Krieg ausgerichtet sei.
- 04:30:51 – Gewalt schließt er als politisches Mittel ausdrücklich aus.
- 04:35:06 – Als persönlichen Leitsatz nennt er die Aussage eines seiner Kinder, es sei gut, für sein Land zu kämpfen.
Themenübersicht mit Zeitstempeln
- 00:00:00 – Vorschau und Einführung des Moderators
- 00:03:20 – Gesprächsverständnis und Ziel des Interviews
- 00:06:09 – Höckes frühere Tätigkeit als Lehrer
- 00:10:49 – Politische Prägung durch Elternhaus und Familiengründung
- 00:15:03 – Erfahrungen an Schulen mit unterschiedlichen sozialen und demografischen Problemen
- 00:32:33 – Politische Lektüre, Gesprächskreise und informelle Netzwerke
- 00:38:43 – Mitgliedschaft in der Jungen Union
- 00:49:03 – Familiengeschichte, Ostpreußen, Flucht und Vertreibung
- 01:00:34 – Geschichtsunterricht und Höckes Verständnis deutscher Geschichte
- 01:04:31 – Völkerrecht, Krieg und internationale Politik
- 01:13:03 – Politische Motivation und Dienst an einer Gemeinschaft
- 01:18:37 – Frühere Parteien und Voraussetzungen eines politischen Neuanfangs
- 01:30:08 – Sarrazin-Debatte, Eurokrise und Vorgeschichte der AfD
- 01:36:12 – Wahlalternative 2013 und Gründung der Thüringer AfD
- 01:43:05 – Umzug nach Thüringen
- 01:47:31 – Konflikt mit Bernd Lucke und Entstehung des „Flügels“
- 01:59:38 – Dresdner Rede und Parteiausschlussverfahren
- 02:16:09 – Entwicklung der AfD und innerparteiliche Machtkämpfe
- 02:20:31 – Persönliche Veränderungen und Personenschutz
- 02:23:00 – Auswirkungen der politischen Auseinandersetzungen auf die Familie
- 02:31:00 – Migration, Remigration und Rückführungen
- 02:49:00 – Deutscher Begriff, Einbürgerung und kulturelle Integration
- 03:00:24 – Einreise, Staatsangehörigkeit und Sicherheitsfragen
- 03:09:50 – Lebenssituation integrierter Bürger mit Migrationshintergrund
- 03:16:35 – Bevölkerungsentwicklung und kulturelle Kontinuität
- 03:32:00 – Politische Strategie der AfD in Thüringen und im Bund
- 03:42:27 – Gewaltenteilung und parlamentarische Institutionen
- 03:55:12 – Verfassungsschutz und politische Beobachtung
- 04:02:35 – Aufarbeitung staatlicher Vorgänge bei einem Regierungswechsel
- 04:10:20 – Politischer Wandel und demokratische Mehrheiten
- 04:20:19 – Strafverfahren und verbotene Losung
- 04:28:30 – Erinnerung an die Bombardierung Dresdens
- 04:30:36 – Abgrenzung von Gewalt und Ideologie
- 04:34:24 – Persönliche Abschlussfrage
Genannte Personen und Organisationen
- Björn Höcke
- Ben Berndt
- Helmut Kohl
- Franz Josef Strauß
- Otto von Bismarck
- Thilo Sarrazin
- Bernd Lucke
- Frauke Petry
- Alexander Gauland
- Hans-Olaf Henkel
- Bernd-Thomas Ramb
- Joachim Starbatty
- Roland Schill
- Sahra Wagenknecht
- Mette Frederiksen
- Angela Merkel
- Egon Bahr
- Jürgen Habermas
- Yascha Mounk
- Alternative für Deutschland
- Junge Union
- CDU
- CSU
- SPD
- Bündnis 90/Die Grünen
- Die Linke
- Bündnis Sahra Wagenknecht
- Freie Wähler
- Wahlalternative 2013
- Zentrum für Politische Schönheit
- Bundesamt und Landesämter für Verfassungsschutz
- Deutscher Bundestag
- Thüringer Landtag
- Europäische Union
- Europäischer Stabilitätsmechanismus
- Konrad-Adenauer-Stiftung
- Rhenanus-Schule Bad Sooden-Allendorf
- NSDAP
- SA
- Rote Armee
- Wehrmacht
Genannte Zahlen und konkrete Angaben
- Laufzeit des Gesprächs: rund 4 Stunden 36 Minuten
- Höcke sei mit 14 Jahren in die Junge Union eingetreten.
- Referendariat nach eigener Angabe: 1999 bis 2001
- Erstes Kind: 2003
- Insgesamt vier Kinder
- Umzug nach Thüringen: ungefähr 2008
- AfD-Gründung und Aufbau des Thüringer Landesverbandes: 2013
- Erster Einzug der AfD in den Thüringer Landtag: 2014
- Ergebnis der Thüringer AfD 2014 laut Höcke: 10,6 Prozent
- Ablösung Bernd Luckes: 2015
- Dresdner Rede: 2017
- Erster Einzug der AfD in den Bundestag: 2017
- Bei der Gründung in Thüringen hätten sich ungefähr 50 Personen getroffen.
- Thüringen habe damals neun Bundestagswahlkreise gehabt, später noch acht.
- Für erste Flugblätter hätten Beteiligte jeweils ungefähr 100 Euro beigesteuert.
- Geplante erste Auflage eines Flugblatts: ungefähr 20.000 Exemplare
- Höcke spricht von ungefähr 14 Millionen Vertriebenen aus den früheren deutschen Ostgebieten und deutschen Siedlungsgebieten.
- Er nennt ungefähr zwei bis drei Millionen Tote während Flucht und Vertreibung.
- Für den Untergang der „Wilhelm Gustloff“ nennt er ungefähr 10.000 Tote.
- Höcke spricht von ungefähr 20 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland.
- Für die AfD in Thüringen wird im Gespräch ein Umfragewert von ungefähr 39 Prozent genannt.
- Für das BSW in Thüringen wird ein früheres Wahlergebnis von 15,8 Prozent genannt.
- Höcke nennt drei Jahre als Beispiel einer von ihm abgelehnten kurzen Einbürgerungsfrist.
- Als frühere reguläre Frist erwähnt er ungefähr acht Jahre.
Genannte Quellen, Bücher, Studien oder Dokumente
- Thilo Sarrazin: „Deutschland schafft sich ab“
- Vertrag von Versailles
- Artikel 231 des Versailler Vertrages
- Westfälischer Frieden von 1648
- Haager Landkriegsordnung von 1907
- Monroe-Doktrin
- Vertrag von Maastricht
- Verträge zum Europäischen Stabilitätsmechanismus
- Grundgesetz
- Parteiengesetz
- Verfassungsschutzberichte
- Im Gespräch erwähnte Umfragen zur Bereitschaft, politische Meinungen öffentlich zu äußern; genaue Quelle nicht genannt
- Eine Äußerung von Egon Bahr vor einer Schulklasse in Heidelberg; genaue Quelle nicht genannt
- Eine Äußerung von Yascha Mounk in den „Tagesthemen“; genaue Sendung nicht genannt
Unklare oder nicht sicher zuordenbare Stellen
- Das automatisch erzeugte Transkript enthält zahlreiche fehlerhaft erkannte Namen, Begriffe und Ortsangaben.
- Einige historische Zahlen, Jahresangaben und Zitate werden von den Sprechern ausdrücklich nur aus der Erinnerung genannt.
- Mehrere Namen aus der frühen AfD-Geschichte sind im Transkript akustisch nicht eindeutig wiedergegeben.
- Bei einzelnen Passagen zu aktuellen internationalen Konflikten ist wegen fehlerhafter Transkription nicht durchgehend sicher erkennbar, auf welches konkrete Ereignis Bezug genommen wird.
- Der genaue Wortlaut der von Höcke erwähnten Umfragen, Gerichtsurteile und historischen Dokumente wird nicht vollständig wiedergegeben.