Zusammenfassung
Der RKI-Leak und die Kontaktaufnahme durch einen Whistleblower
Zu Beginn berichtet Aya Velázquez, wie sie von einer ihr unbekannten Person kontaktiert worden sei, die nach ihren Angaben im Robert Koch-Institut tätig gewesen sei. Anlass sei eine geschwärzte Passage aus einem Sitzungsprotokoll vom 16. März 2020 gewesen, in der es um die Hochstufung der Risikobewertung ging. Die Person habe ihr mitgeteilt, dass öffentliche Spekulationen über den geschwärzten Namen falsch seien, und ihr als Beleg ein Foto der ungeschwärzten Seite geschickt. Auf Velázquez’ Frage, ob sie Zugang zu den übrigen Unterlagen habe, habe die Person dies bestätigt. [00:03:58]
Nach Darstellung der Gesprächspartnerinnen umfasste das Material mehr als 4.000 PDF-Dateien aus dem Zeitraum 2020 bis 2023. Dazu gehörten Sitzungsprotokolle sowie E-Mails zwischen dem RKI, dem Bundesgesundheitsministerium, weiteren Behörden und internationalen Institutionen. Die Dokumente wurden am 23. Juli 2024 veröffentlicht. Velázquez erklärt, sie habe sich zuvor anwaltlich beraten lassen, da einzelne Beschäftigte wegen der Veröffentlichung personenbezogener Angaben hätten klagen können. Entsprechende Klagen habe sie jedoch nicht erhalten. [00:03:00–00:06:43]
Corona-Aufarbeitung als Reaktion auf einen „Zivilisationsbruch“
Velázquez bezeichnet die Corona-Politik als einen fundamentalen Zivilisationsbruch. Sie argumentiert, in der Bundesrepublik seien Grundrechte erstmals in diesem Ausmaß eingeschränkt worden, während fachliche Einschätzungen teilweise politischen Vorgaben untergeordnet worden seien. Als Beispiele nennt sie Besuchsverbote in Krankenhäusern, die Isolation älterer Menschen sowie Kontakt- und Schulbeschränkungen für Kinder. Ihrer Ansicht nach sei dabei die individuelle Entscheidungsfähigkeit gerade jener Menschen aufgehoben worden, die offiziell geschützt werden sollten. [00:08:00–00:09:49]
Sie sieht Elemente dieser politischen Kultur auch nach dem Ende der unmittelbaren Corona-Maßnahmen fortbestehen. Genannt werden Strafverfolgung wegen politischer Äußerungen, Kontokündigungen und die öffentliche Abwertung abweichender Positionen. Velázquez beschreibt ein wiederkehrendes Muster, nach dem Menschen entweder dem vorgegebenen politischen Narrativ zugerechnet oder als Unterstützer einer gegnerischen Seite dargestellt würden. [00:10:24–00:11:53]
Im Rückblick auf die 2G-Regelungen spricht sie von einer institutionellen Diskriminierung ungeimpfter Menschen. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung sei zeitweise vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen worden. Die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, betrachtet sie dabei nicht als ausreichendes Argument gegen den diskriminierenden Charakter dieser Regelungen. [00:12:13–00:13:18]
Velázquez führt inkonsistente politische Haltungen auf sogenannte „Portfoliomeinungen“ zurück: Menschen übernähmen ihrer Ansicht nach ein Gesamtpaket politischer Positionen, ohne mögliche Widersprüche selbstständig zu prüfen. Als Beispiel nennt sie Klimaaktivisten, die sich trotz der Klimafolgen von Kriegen nicht gleichermaßen an Friedensdemonstrationen beteiligten. [00:14:26–00:16:00]
Politische Weisungen und wissenschaftliche Unabhängigkeit des RKI
Im weiteren Verlauf geht es um die Stellung des RKI als nachgeordnete Behörde des Bundesgesundheitsministeriums. Velázquez berichtet, das Institut habe seine eigene Rechtsabteilung prüfen lassen, wie weit politische Eingriffe zulässig seien. Das Ergebnis sei gewesen, dass die Politik Weisungen erteilen dürfe und die wissenschaftliche Unabhängigkeit des Instituts dadurch eingeschränkt sei. [00:17:53–00:18:29]
Den eigentlichen Skandal sieht Velázquez weniger in der formalen Weisungsgebundenheit als in der öffentlichen Darstellung des RKI als unabhängige wissenschaftliche Instanz. Sie verweist darauf, dass Karl Lauterbach politische Einflussnahme noch im Frühjahr 2024 zurückgewiesen habe. Später sei im Zusammenhang mit einer unterbliebenen Herabstufung der Risikobewertung eingeräumt worden, dass Entscheidungen in Abstimmung mit dem Ministerium gefallen seien. [00:18:37–00:20:10]
Auch bei wissenschaftlichen Beratungsgremien sieht Velázquez eine einseitige Auswahl. Die Bundesregierung und zuvor Angela Merkel hätten vor allem Fachleute hinzugezogen, deren Einschätzungen bereits mit der gewünschten politischen Richtung übereingestimmt hätten. Sie nennt unter anderem Christian Drosten sowie Viola Priesemann, Cornelia Betsch und Melanie Brinkmann, wobei einzelne Namen im Transkript teilweise undeutlich wiedergegeben werden. [00:20:16–00:23:25]
Maskenempfehlungen und wechselnde Schwellenwerte
Velázquez erklärt, in den Protokollen seien mehrfach Bedingungen genannt worden, unter denen Maßnahmen beendet werden könnten. Als Beispiel wird eine Impfquote von 60 Prozent erwähnt. Später seien solche Schwellenwerte nicht mehr aufgegriffen und durch neue Bedingungen ersetzt worden. Durch ihre chronologische Lektüre der Unterlagen versuche sie, solche Veränderungen nachvollziehbar zu machen. [00:23:34–00:24:28]
Zur Maskenpolitik führt sie verschiedene interne Bewertungen des RKI an. Im Januar und Februar 2020 habe das Institut das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes durch die Allgemeinbevölkerung nicht empfohlen und auf fehlende Evidenz verwiesen. Die politische Maskenpflicht sei am 27. April 2020 eingeführt worden; die offizielle Neubewertung des RKI sei erst am 7. Mai erfolgt. Als Begründung sei die zunehmende Annahme asymptomatischer und präsymptomatischer Übertragungen genannt worden. Velázquez betont, dass die politische Entscheidung zeitlich vor der fachlichen Neubewertung gelegen habe. [00:25:58–00:27:18]
Bei FFP2-Masken sei das RKI intern kritischer geblieben. Laut Velázquez habe es im Oktober 2020 keine fachliche Notwendigkeit für deren Nutzung außerhalb des Arbeitsschutzes gesehen. Spätere interne Formulierungen hätten vor einer Anwendung durch ungeschulte Laien gewarnt und einen Fremdschutz als unwahrscheinlich bezeichnet. Dennoch seien FFP2-Masken später verpflichtend geworden. [00:27:25–00:30:59]
„Pandemie der Ungeimpften“ und Booster-Impfungen
Ausführlich besprochen wird eine Protokollpassage zur Formulierung „Pandemie der Ungeimpften“. Intern sei festgehalten worden, dass diese Aussage aus fachlicher Sicht nicht korrekt sei, da die Gesamtbevölkerung zum Infektionsgeschehen beitrage. Zugleich sei vermerkt worden, der Minister verwende diese Formulierung vermutlich bewusst und könne nicht korrigiert werden. Velázquez wertet dies als Ausdruck von Obrigkeitshörigkeit innerhalb der Behörde. Sie verweist auf das Remonstrationsrecht beziehungsweise die Pflicht von Beamten, fachlich oder rechtlich bedenkliche Weisungen zu beanstanden. [00:31:26–00:33:24]
Beim Thema Booster-Impfungen zitiert Velázquez aus Protokollen, nach denen entsprechende Empfehlungen vor allem von der Politik und von Pfizer gefordert worden seien, obwohl noch keine ausreichenden Daten vorgelegen hätten. Auch habe der Gesundheitsminister Auffrischungsimpfungen bereits öffentlich empfohlen, bevor eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission vorlag. [00:34:39–00:35:25]
Auf die Frage, warum eine möglichst vollständige Impfung der Bevölkerung angestrebt worden sei, erklärt Velázquez zunächst, sie könne dazu keine belegbare umfassende Theorie anbieten. Als sparsamste Erklärung nennt sie wirtschaftliche Interessen der Hersteller. Darüber hinaus vermutet sie, dass die Pandemie den großflächigen Einsatz der zuvor noch nicht breit etablierten mRNA-Technologie ermöglicht habe. Diese Überlegung kennzeichnet sie ausdrücklich als persönliche Einschätzung. [00:35:53–00:38:42]
Untersuchungsausschüsse in Brandenburg, Sachsen und Thüringen
Velázquez berichtet über ihre Beobachtung der Corona-Untersuchungsausschüsse auf Landesebene. In Sachsen seien insgesamt 40 Sitzungen geplant. In den ersten öffentlichen Anhörungen seien unter anderem Klaus Stöhr, Hendrik Streeck, Detlev Krüger und Christian Drosten aufgetreten. Krüger, der frühere Leiter des Instituts für Virologie an der Charité, habe Masken für Kinder als Quälerei bezeichnet. Solche Aussagen hätten bei einzelnen Abgeordneten sichtbare Überraschung ausgelöst. [00:41:42–00:43:38]
Da Bild- und Tonaufnahmen aus dem Ausschuss untersagt seien und keine vollständigen Wortprotokolle veröffentlicht würden, sieht Velázquez journalistische Berichte als zentrale Informationsquelle. Sie erwartet, dass im weiteren Verlauf auch politische Verantwortliche der sächsischen Corona-Politik als Zeugen geladen werden. [00:43:47–00:45:04]
Im Vergleich beschreibt sie den ersten Brandenburger Untersuchungsausschuss als stärker von parteipolitischem Boykott geprägt. Abgeordnete anderer Fraktionen hätten teilweise demonstrativ nicht an den Befragungen teilgenommen. In Sachsen würden inzwischen alle Fraktionen Fragen stellen. Zudem würden weniger Fragen mit dem Hinweis zurückgewiesen, sie hätten keinen ausreichenden Landesbezug oder seien für die jeweilige Rolle eines Sachverständigen ungeeignet. [00:45:32–00:49:33]
Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück
Als Beispiel für die juristische Verwendbarkeit der geleakten Unterlagen schildert Velázquez den Fall einer ungeimpften Pflegehelferin. Wegen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht habe diese Ende 2022 ihre Arbeitsstätte nicht mehr betreten dürfen und dagegen geklagt. Nach Veröffentlichung der RKI-Unterlagen habe das Verwaltungsgericht Osnabrück die Dokumente beigezogen und Lars Schaade vom RKI als Zeugen vernommen. Dieser habe laut Velázquez eingeräumt, dass die Risikobewertung durch das politische Management bestimmt worden sei. [00:50:37–00:52:06]
Die Kammer habe erklärt, sie sei überzeugt, dass bestimmte Grundrechtseingriffe während der Pandemie verfassungswidrig gewesen seien. Ein Vertreter des Landkreises habe eingeräumt, die regionale Behörde sei davon ausgegangen, dass RKI und übergeordnete Behörden stets nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft handelten. Das Gericht legte die Frage der Verfassungsmäßigkeit erneut dem Bundesverfassungsgericht vor. Dieses habe die Vorlage zurückgewiesen. Das Urteil des Verwaltungsgerichts und die Verwendung der RKI-Protokolle blieben davon nach Darstellung der Gesprächspartnerinnen jedoch bestehen. [00:52:06–00:54:47]
Jens Spahn, Maskenbeschaffung und „begrenzte Enthüllung“
Die öffentliche Konzentration auf die Maskenbeschaffungsaffäre um Jens Spahn bezeichnet Velázquez als „Limited Hangout“, also als begrenzte Enthüllung. Der Beschaffungsskandal müsse aufgeklärt werden, dürfe aber nicht dazu führen, andere politische und gesellschaftliche Entscheidungen der Pandemiezeit auszublenden. Kosubek nennt in diesem Zusammenhang Gesamtkosten von etwa 4,5 Milliarden Euro; Velázquez spricht von weiterhin anfallenden Kosten in Höhe von einer Million Euro pro Tag. [00:55:21–00:57:09]
Velázquez verweist zudem auf ein von Spahn veranlasstes Papier mit dem Titel „Testen, testen, testen“. Aus den RKI-Unterlagen gehe hervor, dass dieses nur teilweise mit der zuständigen Facharbeitsgruppe abgestimmt gewesen sei. Das RKI habe politische Vorgaben nach eigener interner Darstellung dennoch soweit wie möglich in seine Strategie integrieren müssen. Für Velázquez zeigt dies, wie politische Wünsche nachträglich mit einer wissenschaftlichen Begründung versehen worden seien. [00:57:26–00:58:42]
Beide Gesprächspartnerinnen halten eine zentrale Gesundheitsbehörde grundsätzlich für notwendig. Eine formale Entkopplung des RKI vom Bundesgesundheitsministerium allein würde nach Velázquez jedoch nicht ausreichen. Auch offiziell unabhängige Institutionen könnten durch einseitige Personalauswahl und geschlossene Expertennetzwerke ähnliche Positionen vertreten. [00:58:44–01:02:30]
Pandemievorbereitung, Biosecurity und Impfungen
Velázquez kritisiert, dass unter dem Begriff „Pandemic Preparedness“ vor allem nach vorne geblickt werde, ohne die bisherigen Maßnahmen umfassend aufzuarbeiten. Sie sieht darin den Versuch, wesentliche Strukturen der Corona-Politik für kommende Pandemien zu verstetigen. Gleichzeitig erwartet sie, dass Teile der Bevölkerung bei einer erneuten vergleichbaren Situation skeptischer reagieren würden. [01:03:34–01:05:49]
Sie verbindet die internationale Pandemievorbereitung mit dem aus den USA stammenden Biosecurity-Konzept. Dieses verknüpfe medizinische Forschung, militärische Sicherheitsinteressen und die Entwicklung von Technologien zur Abwehr gefährlicher Erreger. Kritisch äußert sie sich zur Gain-of-Function-Forschung, bei der mögliche gefährliche Virusmutationen im Labor erzeugt würden, sowie zu Forschungen an sich selbst verbreitenden Impfstoffen im Tierreich. [01:06:06–01:08:25]
Ihre persönliche Haltung zu Impfungen beschreibt Velázquez als differenziert. Bewährte Totimpfstoffe wie eine Gelbfieberimpfung halte sie weiterhin für eine bedeutende medizinische Errungenschaft. Gegenüber neueren mRNA-Produkten sei sie dagegen grundsätzlich skeptisch. Für sich selbst plane sie vorerst keine weiteren Impfungen. [01:08:33–01:10:18]
Protestbewegung und Unterschiede zwischen Ost und West
Velázquez beschreibt die deutsche Bevölkerung einerseits als obrigkeitshörig, verweist andererseits aber auf eine im europäischen Vergleich große Protestbewegung gegen die Corona-Politik. Sie nennt die Montagsspaziergänge als dezentral organisierte Protestform, die medial weniger sichtbar gewesen sei, als ihre tatsächliche Verbreitung vermuten lasse. [01:10:25–01:12:29]
Die niedrigeren Impfquoten in osteuropäischen Ländern führt sie auf Erfahrungen mit staatlicher Autorität und ein ausgeprägteres Misstrauen gegenüber Regierungsanweisungen zurück. Ähnliche Muster habe es in Ostdeutschland gegeben. Als ukrainische Geflüchtete mit deutlich niedrigeren Impfquoten nach Deutschland kamen, sei das Argument einer allgemeinen Impfpflicht nach Ansicht der Gesprächspartnerinnen schwerer aufrechtzuerhalten gewesen. [01:12:51–01:15:28]
Versöhnung und politische Rehabilitierung
Zum Umgang mit gesellschaftlichen und familiären Konflikten erklärt Velázquez, eine persönliche Anerkennung nach dem Muster „Du hattest recht“ lasse sich besonders im Freundeskreis kaum erzwingen. Für eine Versöhnung sei es wenig hilfreich, gegenüber anderen rechthaberisch aufzutreten. Die notwendige Anerkennung müsse ihrer Ansicht nach vor allem politisch erfolgen. [01:17:25–01:18:54]
Untersuchungsausschüsse, Enquete-Kommissionen, öffentliche Anhörungen und möglicherweise auch Bürgerforen könnten dazu beitragen, Erfahrungen sichtbar zu machen. Velázquez fordert politische Entschuldigungen, Entschädigungen und die Rückzahlung von Bußgeldern. Sie berichtet von Menschen, die bei ihren Vorträgen von Mobbing am Arbeitsplatz, gesundheitlichen Beschwerden nach Impfungen und anhaltender gesellschaftlicher Ausgrenzung erzählten. [01:18:54–01:20:50]
Sie rechnet jedoch mit einer langsamen Aufarbeitung, da viele der beteiligten Personen und Strukturen weiterhin bestehen. Politische Verantwortliche hätten wenig Interesse, sich selbst anzuklagen. Möglicherweise seien erst spätere Politikergenerationen bereit, Entscheidungen ihrer Vorgänger umfassender zu kritisieren. [01:21:06–01:22:15]
Zum Ende berichtet Velázquez von einer von ihr entdeckten „AG Impfpflicht“. Das Bundesgesundheitsministerium habe die Existenz dieses Gremiums bestätigt, zugleich aber erklärt, es gebe keine Protokolle. Da Videokonferenzen und die dazugehörige Kommunikation stattgefunden haben müssten, hat Velázquez nach eigenen Angaben sämtliche damit verbundenen E-Mails, Notizen und sonstigen Dokumente nach dem Informationsfreiheitsgesetz angefordert. Weil die Antwortfrist überschritten worden sei, gehe sie nun anwaltlich gegen das RKI vor. [01:24:11–01:26:18]
Zentrale Aussagen
- Aya Velázquez berichtet, dass sie die ungeschwärzten RKI-Dokumente von einer Person erhalten habe, die nach ihren Angaben im Institut tätig gewesen sei. [00:03:58]
- Das veröffentlichte Material habe mehr als 4.000 PDF-Dateien aus den Jahren 2020 bis 2023 umfasst. [00:03:00]
- Velázquez bezeichnet die Corona-Politik wegen der umfassenden Grundrechtseingriffe und der Unterordnung fachlicher Einschätzungen unter politische Vorgaben als Zivilisationsbruch. [00:08:00]
- Sie sieht in der politischen und medialen Behandlung ungeimpfter Menschen eine institutionelle Diskriminierung. [00:12:13]
- Die Rechtsabteilung des RKI habe festgestellt, dass politische Weisungen zulässig seien und die wissenschaftliche Unabhängigkeit des Instituts einschränkten. [00:17:53]
- Nach Darstellung von Velázquez wurde die allgemeine Maskenpflicht eingeführt, bevor das RKI seine öffentliche Bewertung änderte. [00:25:58]
- Das RKI habe intern festgehalten, dass die Formulierung „Pandemie der Ungeimpften“ fachlich nicht korrekt sei, den Minister aber nicht öffentlich korrigiert. [00:31:26]
- Booster-Impfungen seien laut zitierten Protokollen von Politik und Pfizer gefordert worden, obwohl noch keine ausreichenden Daten vorgelegen hätten. [00:34:39]
- Velázquez kennzeichnet wirtschaftliche Interessen und den Ausbau der mRNA-Plattform als mögliche Erklärungen für die umfassende Impfkampagne, ohne eine weitergehende Theorie als belegt darzustellen. [00:35:53]
- Die Corona-Untersuchungsausschüsse unterscheiden sich nach ihrer Beobachtung erheblich in Arbeitsweise, politischer Beteiligung und Zulassung kritischer Fragen. [00:45:32]
- Das Verwaltungsgericht Osnabrück habe die geleakten RKI-Protokolle in einem Verfahren zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht verwendet. [00:50:37]
- Die Konzentration auf die Maskenbeschaffungsaffäre um Jens Spahn bewertet Velázquez als begrenzte Enthüllung, durch die andere Entscheidungen der Pandemiepolitik in den Hintergrund geraten könnten. [00:55:46]
- Eine formale Unabhängigkeit des RKI reiche nach ihrer Einschätzung nicht aus, solange wissenschaftliche Gremien personell einseitig besetzt würden. [01:00:41]
- Unter dem Begriff „Pandemic Preparedness“ sieht Velázquez den Versuch, Elemente des bisherigen Pandemie-Regimes dauerhaft zu etablieren. [01:03:34]
- Bewährte Totimpfstoffe hält sie weiterhin für sinnvoll, während sie der mRNA-Technologie skeptisch gegenübersteht. [01:08:33]
- Die Montagsspaziergänge hätten nach ihrer Einschätzung wesentlich dazu beigetragen, politischen Widerstand sichtbar zu machen. [01:15:28]
- Eine gesellschaftliche Versöhnung müsse aus ihrer Sicht durch politische Anerkennung, Entschuldigungen und gegebenenfalls Entschädigungen unterstützt werden. [01:18:30]
- Velázquez hat Dokumente zur bislang wenig bekannten „AG Impfpflicht“ angefordert und geht wegen der ausstehenden Antwort anwaltlich gegen das RKI vor. [01:24:11]
Genannte Personen und Organisationen
- Aya Velázquez
- Jasmin Kosubek
- Jens Spahn
- Karl Lauterbach
- Angela Merkel
- Olaf Scholz
- Christian Drosten
- Lars Schaade
- Wolfgang Kubicki
- Hendrik Streeck
- Klaus Stöhr
- Detlev Krüger
- Petra Köpping
- Jessica Tatti
- Anthony Fauci
- Tedros Adhanom Ghebreyesus
- Robert Koch-Institut
- Bundesgesundheitsministerium
- Ständige Impfkommission
- Weltgesundheitsorganisation
- Paul-Ehrlich-Institut
- Bundesverfassungsgericht
- Verwaltungsgericht Osnabrück
- Leopoldina
- Helmholtz-Gemeinschaft
- Pfizer
- CDU
- SPD
- Bündnis 90/Die Grünen
- AfD
- Die Linke
- Bündnis Sahra Wagenknecht
- NachDenkSeiten
- Multipolar
Genannte Zahlen und konkrete Angaben
- Mehr als 4.000 PDF-Dateien aus dem Zeitraum 2020 bis 2023.
- Veröffentlichung der ungeschwärzten RKI-Unterlagen am 23. Juli 2024 um 4 Uhr morgens.
- Eine zeitweise diskutierte Impfquote von 60 Prozent als Bedingung für die Aufhebung von Maßnahmen.
- Einführung der allgemeinen Maskenpflicht am 27. April 2020.
- Öffentliche Neubewertung der Maskenfrage durch das RKI am 7. Mai 2020.
- Insgesamt 40 geplante Sitzungstermine des sächsischen Corona-Untersuchungsausschusses.
- Von Kosubek genannte Kosten der Maskenbeschaffung von rund 4,5 Milliarden Euro.
- Von Velázquez genannte fortlaufende Kosten von einer Million Euro pro Tag.
- Rund 975.000 von Velázquez genannte Verdachtsmeldungen zu Impfnebenwirkungen beim Paul-Ehrlich-Institut.
- Genannte Impfquote Portugals von 98 Prozent.
- Genannte deutsche Impfquote von etwa 75 Prozent.
- Genannte Impfquote ukrainischer Geflüchteter von 10 bis 20 Prozent.
- Die einrichtungsbezogene Impfpflicht betraf im geschilderten Osnabrücker Fall das Jahr 2022.
Genannte Quellen, Bücher, Studien oder Dokumente
- Ungeschwärzte RKI-Sitzungsprotokolle und ergänzende E-Mail-Kommunikation aus den Jahren 2020 bis 2023.
- RKI-Protokoll vom 16. März 2020 zur Hochstufung der Risikobewertung.
- Epidemiologisches Bulletin des RKI vom 7. Mai 2020.
- Internes Papier „Testen, testen, testen“, das Jens Spahn zugeschrieben wird.
- Protokolle des Corona-Expertenrats.
- Dokumente und Kommunikation zur „AG Impfpflicht“.
- Internationale Gesundheitsvorschriften der WHO.
- WHO-Pandemievertrag.
- Informationsfreiheitsgesetz als Grundlage für Dokumentenanfragen.
- Veröffentlichungen von Multipolar zur Entwicklung der Maskenbewertungen.
- Berichte und Artikel von Aya Velázquez auf ihrem Substack-Blog.
Unklare oder nicht sicher zuordenbare Stellen
- Mehrere Namen wissenschaftlicher Beraterinnen werden im automatischen Transkript fehlerhaft wiedergegeben. Wahrscheinlich gemeint sind unter anderem Cornelia Betsch, Viola Priesemann und Melanie Brinkmann; die Zuordnung ist anhand des Transkripts nicht vollständig sicher.
- Die genaue Bezeichnung einzelner juristischer Schritte im Osnabrücker Verfahren bleibt im Gespräch unscharf, da beide Gesprächspartnerinnen darauf hinweisen, keine Juristinnen zu sein.
- Eine längere Passage zwischen der Diskussion über die mRNA-Technologie und dem WHO-Pandemievertrag wirkt im Transkript unvollständig. Der konkrete Bezug der dort erwähnten Software und der Versorgungsämter ist nicht eindeutig nachvollziehbar.
- Mehrere Zahlen, darunter die Zahl der Krankenhauspatienten ohne Angehörigenbesuch und die Verdachtsmeldungen beim Paul-Ehrlich-Institut, werden von den Sprecherinnen genannt, aber im Gespräch nicht näher hergeleitet.
Schlagwörter
RKI-Protokolle · Corona-Aufarbeitung · politische Einflussnahme · Untersuchungsausschüsse